Travelling Colombia 2017/18

Und die Wahl fiel auf Kolumbien

Noch 7 Tage bis take off

Hallöchen Ihr Lieben, da bin ich wieder 🙂

vor fast genau einem Jahr, waren mein Freund Christian und ich in Vietnam und restlos begeistert! Wie? Ihr habt den Blog nicht gelesen… – dann aber ganz schnell auf „Traveling Vietnam 2016/17“ gehen und lesen. 🙂

Wo war ich stehen geblieben? Achso, ja-genau.. also vor fast einem Jahr waren wir in Vietnam und jetzt ist Kolumbien unser Ziel. Am 27. Dezember geht es los.. bis dahin ist eigentlich noch eine Menge zu1

erledigen. Allerding liege ich gerade krank im Bett und hoffe, dass es nicht noch ärger kommt. Aber ich habe ja noch eine Woche Zeit. Zu mir, Mutter von 2 erwachsenen Mädchen (20/28), wohne in Mainz, Germany, Vollzeit berufstätig an einer Uni – und nebenbei studiere ich noch abends in TZ in Hagen Psychologie. Mein Freund, Vater von 2 Kindern (16/21) arbeitet im Medienbereich in Frankfurt, wo er auch wohnt.

Wir haben uns Kolumbien ausgesucht, da man wirklich so viel Schönes darüber hört. Meine jüngste Tochter kam aus Ecuador wieder und hat auch sehr von den Reiseberichten geschwärmt. Sicherlich wird diese Reise ganz anders als Vietnam. In Vietnam waren wir alle 2 -3 Tage an einem anderen Ort – in Kolumbien wird dies aufgrund der Weitläufigkeit des Landes, sicherlich nicht so einfach sein. In Vietnnam fährt man überwiegend in Nachtbussen – ich muss schon wieder lächeln.. weil ich mich einfach gern daran erinnere. Adventure und Achterbahngefühl gleichzeitig.. man muss es erleben 🙂 – und in Kolumbien werden wir sicherlich tagsüber in Bussen unterwegs sein und somit natürlich auch Zeit verlieren. Geplant ist der Abflug am 27.12.2017 über Paris.. bzw. haben wir dort noch einmal Aufenthalt – und dann gehts weiter…

Nach Flügen schauen wir meist über einen Suchmaschine – ich empfehle „Skyscanner“ https://www.skyscanner.de/ Wir haben schon im April gebucht – und ca 800 Euro bezahlt. Die Fluggesellschaft ist die Air France. Mit Air France habe ich noch keine Erfahrung im Langstreckenflug – aber ich werde berichten. Man hätte den Flug auch günstiger bekommen können. Aber uns war wichtig, dass wir Premium Economy fliegen. Nach Vietnam sind wir per Hinflug auch mit Premium Economy, und zurück per Holzklasse. Ich hab überhaupt nichts gegen Holzklasse – aber wenn man 12 Stunden in der Mitte sitzt – zwischen einem Fremden, der 12 Stunden schläft.. sich ausbreitet wie die Sinnflut.. und meinem Freund (190 cm ) und davon 150 gefühlt lange Beine, die ungern im Gang gesehen und überstolpert werden – dann könnt Ihr Euch vorstellen, in welcher Richtung sie liegen… .. dann ist es eng. Seeeeeeeeeeeeehr eng… , und ich hatte mir in Saigon ja noch eine Magen-Darm-Grippe am letzten Tag geholt. Nee Leute, das war wirklich super nervig. Vielleicht hätte ich den Hinflug nicht in so schönen tollen Stühlen sitzen sollen.. mit so herrlicher Beinfreiheit etc. – und das Essen war so lecker.. und man wird schon irgendwie nett behandelt.. Außerdem mussten wir nicht warten beim einchecken.. – ach egal. Ich glaube mit 20 wäre es mir egal gewesen.. jetzt sag ich mir: Ich gönns mir einfach. Hauptsache man kommt hin.. wie bleibt jedem selbst überlassen. Hauptsache man kommt heil an.

Solltet Ihr eine längere Reise per Rucksack planen – so lasst Euch nicht verrückt machen. Wichtig sind folgende Dinge: ein guter Rucksack (es muss keiner mit einem Tiergesicht als Symbol sein – der schmale Geldbeutel ist gerade bei den Jüngern ein Problem. Aber bitte auch kein 08/15 Rucksack. Er muss halten.. Wind und Wetterfest sein und Ihr werdet nach Eurer ersten Reise mit Sicherheit, die Nächste planen – es wäre schade, wenn er da schon kaputt ist. Da ich hier kein Profiblogger bin – bringt mir Werbung also nichts ein – ich spreche hier immer nur aus Erfahrung. Oder besser gesagt wir. Ich reise ja zu zweit und wir teilen unserer Erfahrung auf diesem blog – nur die Susi schreibt halt 🙂 Christian ist Fan von Jack Wolfskin (er hat tatsächlich nach 30 Jahren seinen Rucksack verabschiedet und einen Neuen gekauft.) Sein Rucksack war im Angebot und hat mit 70 Liter für die Firma „günstige“ 170 Euro gekostet. Mein Rucksack hat sich bisher stets bewährt. Hat 60 Liter + 5 Liter – und ist von Mountaintop. An anderer Stelle des Blogs führen wir dies noch einmal genauer aus. Ebenso die Packliste. Außerdem sind noch wichtig.. Schutzimpfungen im Vorfeld planen, Reisepass, ggf. Visum beantragen (Vietnam z.B.), Reiseversicherung, Geld wechseln, grobe Route im Kopf, Reiseapotheke und Fotoapparat.

Hier schließe ich mal für heute. Es ist sind noch 7 Tage bis zum Abflug .. ich freu mich wie Bolle 🙂

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Vamos a Bogota
Es ist 3.00 Uhr morgens in Mainz und gerade mal 3 Std her, als man noch den 2. Weihnachtsfeiertag geniessten konnte. Habe ich die Pute eigentlich schon verdaut? Ja, habe ich…ich musste ja das komplette Küchenschlachtfeld putzen. Dank sei dem Abflug nach Kolumbien. Ich bin müde..totmüde. Kann überhaupt jmd anständig schlafen, bevor er wegfährt? „Mama, wo sind meine Kontaktlinsen? Und wo hast Du meine Brille? Ich höre den leicht misstrauischen Ton in der noch müden Stimme meiner Tochter mitschwingen…! „Äh..im Bad, ich habe nichts gemacht“ sage ich schnell, und fühle mich noch gut. Allerdings bin ich mir selbst nie so sicher..und da tönt es schon „Mama, das ist nicht meine Brille, das ist Deine!!!“ „MIST, ungünstig…ich sehe so viel wie ein Maulwurf ohne, also Colaflaschenboden. Joana, sieht demnach mit meiner Brille, so viel wie ich ohne… „Mama! Und im dem Kontaktlinsendöschen ist nichts…leer. Es stehen nur Deine da“.. Ihre Stimme bekommt einen leicht verzweifelten Unterton. Ja, meine Töchter haben es nicht leicht mit mir. Einerseits bin ich extrem strukturiert und dann doch oft verpeilt. Ich mache zu viele Dinge auf einmal. Letztendlich klärt es sich auf. Ich habe Ihre Sachen eingepackt und Ihr quasi meine Sehhilfen dagelassen. Bravo! Somit wären wir beide blind gewesen. Geht ja schon gut los 🙈 Meine Tochter, Joana, fährt mich an den Bahnhof und der nächste Schreck lässt nicht lange auf sich warten… Als ich das Ticket für die S-Bahn lösen möchte, ist die Geheimzahl meiner Kreditkarte falsch. Ich verstehe die Welt nicht mehr..hatte ich diese blöde Zahl nicht geändert? Ich versuche ruhig zu bleiben und rufe erstmal meinen Freund an. Christian ist auch schon in FFM am Start und bleibt wie immer gelassen. Ich höre die beruhigenden Worte „Kein Ding, kriegen wir hin…“ und lege auf. Ticket kaufe ich vom Bargeld und bitte Joana noch einmal zu Hause auf pin Suche zu gehen. Dann konzentrieren wir uns beide darauf nicht zu weinen. Abschiede sind für uns in der Familie immer emotional. Ich habe meine beiden Töchter allein großgezogen, wir hängen sehr aneinander..aber wem fallen Abschiede schon leicht. In Frankfurt geht alles glatt. Christian steht parat und der Check in etc. verläuft ohne Probleme. Ach, bevor ich es vergesse: Joey hatte die richtige Pin noch gefunden..ich muss also nicht um Taschengeld tageweise fragen. Meine Laune war perfekt. Unser Flug machte einen Stop in Paris. Leider. Wir kamen um nach 1,5 Std an und hatten 5 Std Aufenthalt. Es empfiehlt sich die Air France App. Zum einen kann man einfacher boarden..man sucht nicht ewig den Papierschnipsel, sondern zeigt nur das Foto mit dem Code.

Zum anderen hat man den Plan vom Charles de Gaulle Flughafen. Ich fand diesen Flughafen merkwürdig ausgeschildert… Viel kann man hier nicht machen, aber das ist auch überall so. Außer vllt in Dubai..den Flughafen fand ich allein schon wg des SchickiMicki spannend. Kaum war der Airbus da…hatte ich auch meine ständige Flugangst an meiner Seite. Die habe ich seit ich 20 bin..fliege aber trotzdem mehrfach im Jahr. Da ich selbst unter Aviophobie leide, in der Psychologie arbeite und einen Studienausweis im Fach Psychologie besitze, kann ich an anderer Stelle im Blog , zum Thema Flugangst noch was sagen .

Als wir den Flieger in Paris betreten, bin ich in freudiger Erwartung auf die Sitzplätze. Wer es sich irgendwie leisten kann, sollte Premium Economy fliegen. Oder sagen wir es anders…ich verstehe völlig, dass es einem mit 20 egal ist, aber in meinen Alter hab ich einfach keinen Bock mehr zusammengequetscht, wie in einer Sardinenbüchse, zu sitzen. Ich hatte das auf dem Heimflug von Vietnam. Nee…brauch ich nicht. Leider waren in der Air France die Sitze auch nur schick. Der Rest ein Desaster!! Warum? Das Flugpersonal war ungefähr so freundlich und gut gelaunt, wie eine Fussballmannschaft , die gerade erfahren hat, dass der Abstieg in die 2. Liga sicher ist. Es war auf dem ganzen Flug kalt…bitterkalt. Keine Ahnung warum..wir flogen auch mit 1 Std Verspätung ab, jedenfalls war es soo kalt, dass alle Passagiere mit ihren Winterjacken +Wolldecken gesessen haben. Mein Freund tat mir besonders leid, da er sich 3 Tage vor Abflug noch eine dicke Bronchitis eingefangen hatte, das Fieber noch nicht wirklich weg, und es ihm richtig mies ging auf dem Flug. Wir wurden auch nicht wie sonst auf den Flügen nett bedient. Ich fragte nach einem Bier und bekam die patzige Antwort, man könne sich am Ende des Ganges selbst was holen. Das Essen war auch nicht gut… Also so schlecht, bin ich noch nie geflogen. Bis auf 2 Filme, waren alle Filme auf französisch, und die beiden, die es auf englisch gab, waren „Cars und Spiderman“. Ziemlich ätzend, wenn man 12 Stunden frierend und gelangweilt im Flieger sitzen muss. Nicht mal Frust essen war drin…sowas geht perfekt auf Flügen nach Vietnam, Thailand oder Dubai 😊 Vielleicht entschädigt uns ja der Rückflug. Immerhin konnte ich einige schöne Aufnahmen in der Luft machen..es ist schon unfassbar schön über den Wolken…

Und endlich sind wir da…

Hola Bogota 🇨🇴

Bogota ist riesig…unglaublich riesig, das Lichtermeer der Hauptstadt Kolumbiens empfängt uns schon auf 4000 m Lufthöhe im Landeanflug. Doppelt so groß wie Berlin…

Wer glaubt, dass einem tropisch warme Luft entgegenschlägt wird sich erschrecken…es ist abends „popokalt“. Bogota liegt ca 2600 hoch. Da wir noch im Dezember anreisen..regnet es noch oft. Ab Januar wird es dann weniger. Tagsüber sind 16 bis 20 Grad, nachts zw 2 und 5 Grad. Also un bedingt warme Sachen anziehen bzw mitnehmen.

Der check out lief problemlos. Man muss mit dem Fahrstuhl in die 1. Etage fahren, wenn man ein Taxi braucht.

Ein Geldautomat befindet sich direkt unten bei der Gepäckausgabe, neben der Bargeldwechselstube. Man bekommt allerdings nur 100.000 Cop , was ca 33 Euro sind (Stand Dez 2017).

In Kolumbien empfiehlt es sich neben der Adresse des Hotels/Hostels auch noch einen weiteren Orientierungspunkt für die Taxifahrer zu haben. Wir haben mitten in der Altstadt (#Candellaria) gewohnt. Dort sollte man allerdings im Dunkeln nicht mal wie daheim , die Blocks zu Fuß erkunden. Selbst Einheimische nehmen ein Taxi, was hier wirklich spottbillig ist. Irgendwie ist man zunächst geneigt zu händeln, Christian und mir ist das allerdings zu blöd. Gemessen am Einkommen der Kolumbianer gehts uns so gut..da freu ich mich lieber mit, wenn der Taxifahrer glaubt, er habe gewonnen. Eine Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt, ca 30 min Fahrt, kosten 27.000 Cop, das entspricht nicht mal 9,00 Euro.

Natürlich gibt es in Bogota auch große, teurere Hotels wie Hyatt, Radisson etc. Diese liegen allerdings sehr unschön zwischen Betonbauten, außerhalb der Stadtmitte. Wir wollten aber im Zentrum der Sehenswürdigkeiten bleiben, daher fiel unsere Wahl auf das Hotel Santa Lucia.

Das Hotel Santa Lucia

Es empfiehlt sich, tatsächlich zumindest so viel spanisch zu sprechen, dass man von A nach B kommt. Die wenigsten Kolumbianer sprechen englisch.

Die Sehenswürdigkeiten von Bogota fi ndet jeder der nach Kolumbien möchte im nächsten Reiseführer. Ich möchte lieber mal auf die Dinge aufmerksam machen, die mir/uns nicht bewusst waren.

Wenn Ihr zB einen Flug buchen müsst..oder Bustickets..und das online, kann es gut sein, dass Eure Kreditkarte (egal ob visa, Master etc) nicht akzeptiert wird. Da hilft nur ..irgendwen bitten (vorzugsweise jmd von der Rezeption des Hostels/Hotels die Agentur anzurufen. Und ist das bei der Flug Buchung von Bogota nach Pereira passiert. Busse gabs nicht mehr..also Billigflieger „viva nolumbia)

Hier der link Viva Kolombia alternativ geht auch Aviancia

Da die Kreditkarte online nicht akzeptiert wurde…was einen zunächst erstmal Nerven kostet, hat der nette Typ von der Rezeption bei viva kolombia angerufen. Dort musste ich dann mit Hilfe eines Mitarbeiters der Airline den Kampf mit einer spanischen sprechenden Maschine aufnehmen, die sämtliche Kredikarteninfos haben wollte. Alles auf spanisch..claro 😎😉 Der Typ war aber geduldig..2x mussten wir von vorn beginnen, weil ich entweder zu schnell bzw. zu langsam war. Wer jetzt sagt: warum sind sie denn nicvt direkt zum Flughafen gefahren? Jaaa sind wir. Erst zum Busterminal, der mit dem Taxi 30 min entfernt ist. Dort jeweil in 3 verschiedenen Schlangen angestanden a 30 min..um zu hören, das nichts mehr frei ist..um dann zum Flughafen zu fahren, um dort zu hören, dass der Preis online, mehr als 50% günstiger ist… Letztendlich hat uns diese Ticketbucherei fast 6 std Zeit gekostet…

Wer mag und Geduld hat, kann auf den Berg Monzerat mit der Seilbahn oder Bahn fahren. Es lohnt sich früh aufzustehen…zum einen, weil man oft vormittags besseres Wetter hat und zum anderen, nur 1 Std, statt 3 Std. an der Kasse Schlange steht 😊

Da wie nur 2 Nöchte in Bogota verbringen wollten, haben wir uns nur auf das Nötigste beschränkt: die Altstadt mit dem Museum del Oro, Monzerat, bummeln..und 6 Std weiterfahrt nach Pereira bzw Salento zu organisieren. Am Ende der Reise fliegen wir ja wieder hier ab…mal sehen, was wir uns noch anschauen…aber weiter gehts nach Salento

Von Bogota nach Salento

Sagte ich nicht eingangs, dass fliegen nicht unbedingt mein liebstes Hobby ist? Nun, in diesem Urlaub ist es mittlerweile der 3. Flug in einer Woche. Ich fluche innerlich, aber da muss ich nun durch. Wir müssen weiter, ich hab ehrlich gesagt auch keinen Bock in dieser kalten riesigen Großstadt hängen zu bleiben, und es gibt wegen der Feiertage einfach keine Bustickets mehr. Na dann… meine Grossmutter sagte immer: „um ein Omlett zu braten, muss man Eier zerschlagen..“ Ich bin eher in der Stimmung, es wörtlich zu nehmen. Aber es bieten sich leider keine an…also „Vamos“.

Der Taxifahrer, der uns vom Hotel zum Flughafen fährt, ist schon ein alter Bekannter. Alt eingesessener Komlumbianer..er versteht uns nur halb und wir ihn.. läuft also.

Irgendwann während der Fahrt hält er uns einen Zettel hin auf dem steht, dass wir bitte bei Anfragen der Polizei des Flughafens sagen sollen, wir hätten das Taxigeld im Hotel bezahlt. Ok…kein Ding. Ich will also freundlich sein, und biete ihm an, dass Ganze in deutsch aufzuschreiben, für deutsche Touristen, die kein spanisch können. Er rafft erstmal nichts. Ich probiere es erneut, er fährt rechts ran und erzählt wieder: bitte nichts der Polizei sagen..blablabla. Christian sieht auf die Uhr, wir sind spät dran…und auf kolumbianischen Flughäfen herrscht Ordnung.

Ich antworte freundlich, dass ich es verstanden habe, und dass ich es nur übersetzen wolle. Er versteht wieder nur Bahnhof, ..fährt wieder rechts ran und zückt sein handy, um den google Übersetzer anzuschmeissen. Wir diskutieren eine Zeit lang. Er spricht spanisch in den Übersetzer, der Übersetzer übersetzt Eierwärmer. Ich spreche nun deutsch in das spanische Google Teil..der Taxifahrer schaut blöd aus der Wäsche, was darauf schliessen lässt, der Google Übersetzer hat wieder versagt. Christian rollt mit den Augen, was mir zu verstehen geben soll: warum bist Du nicht einfach ruhig und sieht leicht entnervt auf die Uhr. Der Taxifahrer zeigt mir auf dem Handy einen deutschen Text, der vorne und hinten unverständlich ist…by the way: Google Übersetzer bringen einen eher in den Knast oder ins Grab …aber wieder zurück. Die Uhr tickt, Christian bekommt Hitzewallungen, weil der Flieger nicht wartet..aber der Taxifahrer und ich sind in action. Ich will Gutes…er hat nur Schiss, dass ich ihn nicht verstehe, und er Ärger mit der Polizei am Flughafen bekommt. Christian hat mittlerweile Schiss, dass wir gleich auf der Strasse stehen und zischt permanent ein hektisches : „Vamos a el aeroporto“ .. und zu mir: halt endlich die Klappe, wieso musst Du auch immer alles gut meinen 😂😂 Ich gebe irgendwann auf. Drücke dem Taxifahrer während der Fahrt das Geld in die Hand..natürlich nicht passend. Nachdem er noch seelenruhig eine Tankstelle zum wechseln angefahren hat, ist seine Welt in Ordnung, Christian am Ende mit den Nerven, und ich gelobe innerlich, dass ich nicht mehr nett sein mag.

Als wir aussteigen, fasst er sich kurz an die Stirn, wir befürchten schon Schlimmeres. Ein lautes „Ah“ kommt über seine Lippen..und er greift zu seinem kl Block. Schlägt 2 Seiten um, um zeigt mir in bestem deutsch den Text, den ich ihm die ganze Zeit angeboten habe. Gracias por todo …

Sagte ich bereits, dass spanische Billigflieger genauso geldgierig sind wie deutsche? Vamos Colombia lässt sich wirklich noch die Luft zum Atmen bezahlen, genau wie Ryan Air. Wir stehen am Schalter min ausgedruckter Flugbestätigung. Fie adrett gekleidete Dame am Schalter schaut streng auf die Papiere… ich in der Zeit auf ihre Haare. Ich wette, sie könnte vor einer Turbine stehen und würde danach immer noch adrett aussehen. Wie schaffen die das nur? Ich sehe nie so aus..eher wie ein geplatztes Sofakissen um den Kopf. Sie scheint meine Gedanken lesen zu können..jedenfalls sagt sie: „no,no.. sont las no e-tickets“ – „Gracias, Du großer weisser Vogel“, was passt denn nun wieder nicht? Steht doch alles drauf. Sogar, dass bezahlt ist. Juckt den weißen Vogel aber nicht. Sie will bares..und zwar 60.000 Cop. Dann dürfen wir einchecken. Aber stop..nicht ganz. Christians Rucksack ist zu schwer, angeblich 2 kg. Hatten wir zwar vorher gewogen, aber egal. Er nimmt 2 Tshirt ca 200 gr raus, sie nickt großzügig. Mio Dio…

Der Flug ist ok. Mit Turbulenzen, aber ich bin entspannt und wundere mich selbst. In Pareira muss man mit dem Bus vom Flughafen zum Busterminal fahren. Linie 27. Wir haben uns mit 2 Komlumbianern ein Taxi dahin geteilt. Dauert auch wieder 40 min. Die Bustermimals liegen alle immer am Stadtrand. Von dort muss man dann wieder Tickets kaufen für Salento. Der Bus fährt immer dann ab, wenn er voll ist.

Kolumbianische Busfahrer sind cool. Sie haben vermutlich kein Adrenalin im Blut, sondern Tranquilizer. Unserer war ein Musterexemplar. Da wir mittags ankamen, mussten wir zunächst durch die ganze Stadt. Pareira ist nicht klein, die Stadt hat 472.000 Einwohner und liegt etwa in der Mitte des goldenen Dreiecks zwischen Bogota, Medellin und Cali.

Es wird gehupt, gedrängelt, auf der Strasse gedreht…er sitzt entspannt. Das bleibt er auch noch, also wir aus Pareira Richtung Salento fahren. Die Straßen in Kolumbien schlängeln sich permanent…und dies bergauf bergab. Die Natur ist wunderschön. Überall diese unglaublich satten Grüntöne. Verschiedenste Palmen, Laubbäume und Sträucher.

Es ruckelt und wackelt, scheppert und klappert während der Fahrt. Aber das Radio läuft wie überall in Kolumbien und die meist fröhlich anmutenden Salsa Rythmen machen einfach gute Laune. Irgendwann rieche ich „Verbranntes“. Christian deutet auf den Bereich des Kupplungshebels beim Busfahrer… dort qualmt und raucht es. Stört aber niemanden. Sb und an schlagen Funken aus dem Kasten….aber auch dies ist offenbar normal

Ach, was würde ich uns Deutschen ein wenig von diesem tiefenentspannt en Gemütern gönnen 😎😊

Irgendwann sind wir da. Solento ist eine kleiner Ort in den Bergen mit ca 7500 Einwohnern. Die Männer laufen zum Teil mit Cowboyhüten und Gummistiefeln rum. Der Ort ist quasi ein Dorf..und besteht aus Berg und Tal. Die Häuschen sind klein und bunt angemalt.

Salento, Pereira, Armenia gehören zur Kaffeezone. Ja, genau…hier wachsen die besten Kaffeebohnen und warten nur darauf nach Europa importiert zu werden, um in Eurer Frühstückstasse zu landen. Man kann auch direkt auf einer Kaffeehacienda schlafen. Die meisten simd aber zu dieser Jahreszeit meist ausgebucht.

Wenn man den Anstieg einer steilen Straße bewältigt hat, kommt man zum Dorfplatz. Hier befindet sich u.a. kleine Kneipen, die Touristen-Imformation und die Polizei. In den Bergen hier fährt man als Policia eine grasgrüne KTM. Macht ja auch Sinn so von wegen..über Stock und Stein. Meist fahren sie zu zweit. Der Sozius muss ja sein MG festhalten. Ja, sie sind schon hart drauf die Jungs hier. Und es simd wirklich „Jungen“ zumindest vom Alter. Die meisten sehen aus wie 16/17. Anlegen würde ich mich aber mit keinem… allerdings sind sie wirklich super nett und hilfsbereit. Ich habs ständig ausprobiert…sie wissen immer am besten, wo welche Straße ist.

Wir haben in Pereira 2 deutsche Backpacker getroffen, die auch in Solento Halt gemacht haben. Tillmann und Elisabeth. Beide schon auf dem Rückweg. Sie sind quasi genau andersrum wie wir gereist. Beide freundlich, dynamisch und bis aufs Mark durchgeplant und strukturiert. Alles schon von Deutschland aus organisiert…gebucht etc. Dagegen sind wir ja völlig chaotisch, was wir aber nicht so empfinden. Tillmann seufzt ab und an..und man hat den Eindruck er würde sich auch gern mal treiben lassen..aber das geht nicht. Die Route erlaubt kein: „heute mal nix“.

Blöderweise haben wir bei Ankunft auch auf die beiden gehört, die meinten, dass unsere Unternunft in deren Nähe sei. Es regnet mal wieder in Strömen und wir traben bergauf bergab auf der Suche nach der Calle6. Tillmann und Elisabeth wohnen Calle 5, als das ist normalerweise der nächste Block. Sie verabschieden sich..wir traben weiter…tropfend und ratlos, weil wir es nicht finden. Aber am Ende weiß es mal wieder ein Polizist..und somit ist jetzt auch klar, dass wir die ganze Zeit im Kreis gelaufen sind. Das Hotel war direkt da, wo wir aus dem Bus ausgestiegen sind.. Klasse 😣😊

Das Hostel ist allerdings wunderbar ruhig und idyllisch gelegen. Einfach, aber sauber. DZ für 50,00 Euro/Nacht mit Frühstück. Haben wir mal irgendwann in einer Zeitschrift gelesen und direkt ausprobiert. Der Garten ist gepflegt und gemütlich. Dutzende von Kolibris haben ebenfalls den Garten als zuhause angenommen, und man hat freien Blick auf die Kaffeeplantagen

Leider war das Wetter bisher immer noch sehr wechselhaft. Die Zimmer haben unter der Tür ca 5cm Luft, aber gefroren haben wir trotzdem nicht. Allerdings habe ich für solche Fälle immer einen Leichtschlafsack dabei. Ohne diesen würde ich nie verreisen. Er hilft bei Kälte, bei nicht so schönen Unterkünften (kann ja auch mal sein, auch booking.com und Reiseführer stimmen nicht immer), im Bus..etc. Und wenn man ihn nicht braucht, verschwindet er im Rucksack.

Abends ist ein Fest auf dem Dorfplatz: 40 Jahre Weihnachtsbeleuchtung…kein Witz. Wer „bling bling“ mag…ist in Kolumbien am richtigen Ort. Es blinkt, glitzert und trieft nur so vor Kitsch am Baum und bunten LED ’s. Wir trinken 2 Bier (Poker), die ganz ok sind und treffen Tillmann und Elisabeth. Deren kommender Tag ist natürlich durchgetaktet, sie wollen ins Cocora Valley . Aber erstmal gehen wir essen. Es gibt Beefsteak bzw Rumpsteak.

Der Teller sieht gut aus. Banane gegrillt und die bekannten wie Pappe schmeckenden Maisfladen sind auch dabei, nebst Salat. Irgendwie schmeckt was komisch..ich weiß nicht warum. Entweder ist es kein Rindfleisch oder merkwürdig gewürzt. Da die anderen mir zustimmen….glaube ich an „merkwürdig gewürzt“. 15 min später wird mir schlecht und mein Magen meckert. Wie gehen heim und beschließen am nächsten Tag, auch zu m Cocora Valley zu fahren.

Cocora Valley

Man fährt mit dem Jeep für ca 10.000 Cop ins Cocora Valley. Dort kann man zu Fuss oder auf dem Pferd das Tal der Wachspalmen erkunden. Es sind die höchsten Wachspalmen der Welt. Der Rundwanderweg dauert 7,5 Std. Wir gehen unseren eigenen…der uns über Stock und Stein führt und aufgrund der massiven Regenfälle ziemlich fordert. Wir versinken im Matsch und kommen nach 4 km nicht mehr weiter. Tja…so ist das halt. Wer nicht hören will, steckt halt oft tief im Dreck 😊 Eir teilen unser Schicksal aber mit einem anderen Pärchen, 2 türkischen Weltenbummlern, die schon 18 Monate unterwegs sind.

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, treten wir den „regulären“ Rundweg an. Der kostet dann auch gleich 1,50 Euro Eintritt, ist aber auch ein paradiesischer Weg im Vergleich zum Matsch.

Mein Magen meldet sich plötzlich, mir gehts gar nicht mehr gut. Ich schiele nach einem öffentlichen „Bano“..aber nichts als weites Land. Es nutzt nichts…ich merke, dass sich Böses anbahnt und wir brechen den Rückweg an. Am Ausgangspunkt stehen Jeeps für die Heimfahrt und eine Toilette (1000 Cop) ist auch da. Erstmal gerettet. Im Hostel angekommen, geht’s mir minütlich schlechter. Mein Magen krampft und ich bekomme Schüttelfrost.

Im Ausland fühlt man sich gleich doppelt krank. Christian kümmert sich total fürsorglich um mich. Ich liege im Schlafsack, mit Decken und allem was da ist über mir und klappere vor Kälte. Meine Knochen schmerzen , vor allem die Finger und Beine. Christian erträgt mein Elend nicht und vetsucht mich ebenfalls zu wärmen. Gut, dass er da ist. Ich fühle mich elendig. Irgendwann schlafe ich ein. Insgesamt liege ich 8 Std mit Fieber und Schmerzen, bis es mit einmal endlich wärmer wird. Dann schlafe ich ein. Am nächsten Tag wollen wir auch schon weiter. Gott sei Dank geht es mir besser…Der Bus nach Medellin fährt um 11.00 Uhr ab…

Medellin – oder die ehemalige Stadt von Pablo Escobar

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Medellin ist die zweitgrösste Stadt Kolumbiens und bekannt durch wen? Genau.. El Patron, Pablo Escobar, der dessen Namen man nicht erwähnen soll. Drogenboss und quasi das Oberhaupt der kolumbianischen Mafia. Es lohnt sich Narcos vorab auf netflix o.ä. anzusehen. Man hat uns hier gesagt, dass Narcos schon erstaunlich nah dran ist an der Geschichte Pablos. Hier mal zwei interessante links dazu:

Pablo Escobar Interview mit dem Sohn Pablo Escobar

Bis vor einem Jahr hatte die farc, die Guerillas Kolumbiens, ihre Waffen noch gar nicht alle abgegeben. Da wurden noch Touristen zB mal kurz entführt. Jetzt herrscht Waffenstillstand, aber Friedensaktivisten leben noch immer gefährlich

Der Waffenstillstand ist nicht ohne

Das Polizeiaufgebot ist enorm in Kolumbien, vor allem in Bogota und hier in Medellin. Wer denkt in Frankfurt am Bahnhof sei die Staatsgewalt mit MG schon furcheinflößend, war noch nicht in Kolumbien. Hier ist das MG quasi das Taschenmesser, hier läuft man mit Pumpgun rum. Und kugelsichere Weste langt nicht. In einigen Vierteln Medellins sehen die Polizisten aus, als seien sie aus einem Science Fiction Film entsprungen. Arme, Brust, Beine stecken in Kugelsicheren Protektoren. Aber wie gesagt, sie sind da, vermitteln Sicherheit und sind ausgesprochen freundlich, wenn man sie anspricht. Wir fühlen uns im Großen und Ganzen sicher und gut aufgehoben. Sicherlich sollte man bestimmte Gegenden abends meiden, aber das ist in jeder Großstadt so. Auf dem Land hab ich mir nie nen Kopf gemacht. Der Bus, den wir in Salento gebucht haben, fährt morgens um 11.00 Uhr los und ist mit 25 Personen voll belegt. Wir haben die letzten beiden Sitze hinten ergattert und hier ein wichtiger Hinweis: Versucht unbedingt Sitze vorn zu bekommen. Bitte nicht hinten. Die kl Busse haben meistens keine Stossdämpfer und die Fahrt dauert 7 bis 8 Stunden. Was aber noch wichtig als Info ist…es gibt zu 99% nur Kurven. Ich bin echt nicht empfindlich, aber ich hätte keine Stunde länger ohne Tüte ausgehalten..hinten wird einem grottenschlecht. Die Landschaft ist wie immer wunderschön, aber ich wäre trotzdem glücklich gewesen über eine kürzere Strecke. Medellin ist riesig und erstmal erschlägt einen die Stadt, die mit Millionen kleinen rotbraunen Steinhäusern die Landschaft sprengt. Dazwischen ragen moderne Hochhäuser empor. Medellin besitzt die einzige Metro in Kolumbien. Ich empfinde sie als doppelt so breit…und auch doppelt so sauber als alles Metros, die ich vorab gesehen habe. Es ist auch völlig easy damit zu fahren. Man zahlt in bar und immer denselben Preis, ca 1,20 Euro. Aber zunächst wollen wir natürlich erstmal ins Hotel. Christian hat gut gewählt, wir schlafen im austeigenden hipen Zentrum von Medellin in „la poblado“. Hier treffen sich die Studenten und Hipster in kleinen Bars und Kneipen. Es gibt kleine Parks, die wieder super bunt voll Weihnachtsdeko hängen 😊 Unser Hotel liegt ruhig ist klein, und uns gefällt’s Interessanterweise kostet es genauso viel, wie unsere bescheidene Unterkunft in Salento. Dafür aber mir dichten Türen und schicker. Wenn man so wie wir, relativ viele Städte/Orte bereist, ist das schon ein wenig anstrengend mental.. kaum findet man sich zurecht in der Umgebung, schon ist man wieder in einer neuen. Wir laufen also los vom Hotel, und sind wieder zunächst mal am Umgebung checken. Im Vergleich zu Bogota ist es in diesem Stadtteil gefühlt komplett anders. El poblado ist ohne Armut und ohne ständiges Angequatschte bzgl. Drogen. Wir schlendern um die Blocks und stellen schnell fest, dass es mehr Pizzas und Bars gibt als Landesküche. Aber egal. Nach einiger Zeit entschließen wir uns für ein kl. Restaurant an der Hauptstraße und versuchen es erneut mit Steak. Es schmeckt, haut einen aber auch nicht vom Stuhl, muss es aber auch nicht bei 8,00 Euro. Ich bemühe mich wirklich immer landestypische Küche und vor allem Streetfood auszuprobieren, umd meistens schmeckt es auch. Aber die obligatorischen Maisfladen, die hier zu allen Mahlzeiten gereicht werden…nein, Freunde werden wir nicht. Dabei gebe ich mir echt Mühe. Ich probiere sie warm/kalt. Mit Butter und Marmelade, mit Butter und Salz, gedippt in Soßen…aber es will mir nicht schmecken. Irgendwie immer trocken und die Krümel im Mund werden kurz vorm Schlucken immer mehr. Macht aber auch nichts..man muss ja nicht alles mögen. Generell wird sich aber überall in Kolumbien bemüht, dass der verwöhnte Tourist und/oder Backpacker irgendwas am Morgen bekommt, dass ihm schmeckt. Ist aber auch gar nicht so einfach. Die Deutschen lieben ihre Brötchen mit Nutella/Marmelade bzw. Salami/Käse. Dazu noch ihr Frühstücksei. Der Engländer mags deftig mit gebratenem Schinckenspeck, Ei und beans, die Italiener essen gar nicht viel und wenn, dann gerne zuckersüsse Teilchen, in Asien isst man morgens um 5 schon gern mal eine Pho (Gemüsesuppe) usw usw. Falls ich jetzt ungefähr 999 Länder vergessen habe, entschuldige ich mich…sitze gerade während des Schreibens im Bus und möchte das Frühstücksthema gern beenden. 😊 Halt..ich wollte ja noch sagen, dass wir bisher immer frisches Obst (Mangos, Bananen, Melone, Papaya etc) bekommen haben, sowie frisch gepressten Obstsaft. Wahlweise Rührei mit Tomaten, Dosenpilzen (gibt keine frischen Pilze in Kolumbirn) und Schinken. Ich habe mich bisher für Cerealien mit Joghurt/Milch entschieden. Der Kaffee in Kolumbien ist stark und gut. Oft wird er,wie im Orient, mit Kardamon angereichert. Kardamon ist gut für Verdauung und regt den Appetit an, ich mags nicht, Christian liebt es. Die erste Nacht verbringen wir wunderbar. Das Boxspringbett tut gut, die Ruhe nach meiner Magen-Darm-Geschichte auch. Nachdem wir gefrühstückt haben (es gibt überall in den Hostels und Hotels zw 7.00 Uhr und 9.00 Frühstück) wollen wir uns zunächst um die Weiterfahrt kümmern. Noch mal so ein Disaster, dass uns niemand mehr mitnehmen will, möchten wir unbedingt vermeiden. Wir hatten kurz überlegt zu fliegen, aber wie schon erwähnt, bis 10. Januar ist alles doppelt und dreifach so teuer… wenn ein Flug sonst ca 50 Euro kostet, muss man innerhalb der ersten 14 Tage im Januar mit 200 Euro/Person rechnen. Alternativ geht nur der Nachtbus, der ca 14 Stunden braucht. Christian zieht die Stirn kraus, als wir drüber reden und steckt sich direkt eine zweite Zigarette an. Er traut dem Frieden nicht, bzw hat mit seinen 190 cm echten Respekt vor der langen Fahrt. Ich bin positiv und glaube, dass wir das gut hinkriegen. Ich will einfach nicht so viel Geld in einen Flug investieren..und hoffe auf guten Schlaf und Liegesitze 😎😎. Christian sieht es dann genauso, also Bus. Zum Busterminal Norte (!nicht Süd sondern den Nordterminal nehmen) fahren wir mit der Metro. Es ist Neujahr und wir hoffen, dass dort alles offen hat. Medellin ist recht still für seine riesen Einwohnerzahl an Neujahr. Auch hier haben die Menschen gefeiert…und bleiben zuhause. Wir haben nicht gefeiert..nur mit Bier angestoßen, was aber nicht schlimm war. Ich habe so viele Silvester gefeiert und Christian auch..das neue Jahr macht trotzdem was es will und wir haben keinen Kater (freu). Ha! Der Busterminal hat tegulären Betrieb. Heute läuft mal alles , was Tickets betrifft, wie geschnitten Brot. Wer von Medellin nach Cartagena möchte, fährt zum Busterminal Norte und geht zum Schalter „Brasilia“ ..(bitte, immer an die Reisepässe denken, die braucht Ihr hier für fast jede Fahrt! ) Die Fahrt kostet ca 150.000 Cop/Person , was ca 50 Euro sind. Danach suchen wir uns eine Unterkunft in Cartagena per booking com. Der Loneley Planet Reiseführer hat auch wertvolle Tipps , allerdings stimmen sehr oft die Preise nicht mehr. Das meiste hat sich mehr als verdoppelt. Air B&B ist auch eine Alternative oder Trip Advisor. Nachdem dieser Part endlich erledigt ist, schlendern wir zu Metro und steigen irgendwo im Viertel „la universidad“ aus. Wie schon gesagt, es ist Neujahr und quasi wie bei uns daheim an einem Sonntag. Mögt Ihr Sonntage? Ich schon, allerdings nur daheim im Bett oder auf der Couch, oder im Sommer am Wasser, laufen (ich bin leidenschaftliche Läuferin; hier mal ein Gruss an alle Lauffreunde in der Welt und besonders an Birgit Hadasch 😊) geht natürlich auch immer. Aber Sonntage in der Stadt mag ich nicht. Es herrscht diese trügerische unnatürliche Ruhe, wo sonst das Leben pulsiert. Wir schlendern also durch die Straßen und Parks. Die Museen haben auch geschlossen..irgendwie blöd. Um es auf den Punkt zu bringen unspektakulär. Ein Polizeieinsatz mit viel Blut auf der Strasse, aber selbst das fügt sich in den trostlosen , wenn auch sonnigen Feiertag ein. Wir fahren erstmal zur Unterkunft. Auch hier in Medellin ist es wie in Bogota und Salento..“der frühe Vogel fängt den Wurm“. Ab Mittags zieht es sich häufig zu und regnet. So auch hier…regnen ist also untertrieben…es schüttet mal wieder aus Eimern. Dafür ist der Regen warm…immerhin. Nutzt uns aber 3 Std später nicht viel, denn wir haben Hunger, aber weder ein Boot noch Connections zu Noah, den ich bei den Massen, die vom Himmel kommen, irgendwie erwarte. Wir harren also stoisch aus…juckt den Regen auch nicht. Um so 19.00 Uhr halten wir es nicht meht aus. Wir fragen nach Regenschirmen und Anglerstiefeln. Letzteres wird verneint… vermutlich halten sie ums eh für irre, weil wir raus gehen. Aber wenn man Hunger hat, bringt man Opfer. Wir schwimmen zur nächsten Lokalität, einer Pizzeria. Wer kurz vorm Ertrinken ist, ist nicht wählerisch. Und wir sind gespannt auf kolumbianische Pizza. Das kl Restaurant , natürlich offen nach außen, hat 5 Tische und 2 übergroße Flachbildschirme. Auf den einen starre ich..auf den anderen Christian. Es fällt uns beiden auf und versuchen uns im „nicht hinsehen“, was gar nicht so leicht fällt. Aber da kommt sie…unsere gemeinsame Pizza mit Rucola und Schinken. Statt Pamesan gibts Mozarella, der Boden ist 1mm dick. Egal…sie sieht gut aus..und sie schmeckt ganz ok. In Kolumbien trinken viel einen klaren Schnaps, dessen Namen wir nicht genau wissen. Christian probiert es mit „dos aquacaliente“. Der Ober schaut uns schräg an…ich meine einen prüfenden Blick a la „gehts noch?“ feststellen zu können. Da er aber nichts weiter sagt und davon schlurft, verwerfe ich den Gedanken, dass er uns für völlig bescheuert hält. Es dauert und dauert, kein Schnaps kommt. Gerade als wir nachfragen wollen, steuert der Ober auf uns zu. Freudig stellt er 2 gr Tassen auf den Tisch. Mir fällt die Farbe aus selbigem…der denkt doch nicht etwas, dass ich so einen Humpen voll mit Schnaps trinke? Da kippen wir doch beide direkt vom Stuhl 🙈 Wir starren in die Tasse und das farblose Getränk..der Ober starrt auf uns. Wir dann auf ihn. Wo lag der Fehler? Ich rieche an der Tasse, während Christian ihm versucht zu sagen, dass wir nur einen „shot“ wollten. Er kapiert nix..holt seinen Kollegen. Christian und er versuchen den Fehler zu finden. Und dann haben wr es….“Herrgott Margott“, wie blöd wir sind 😂😂 Der Schnaps heisst „AquarDiente“ und wir haben „AquaCaliente“ gesagt… caliente bedeutet auf deutsch: heiß. Somit haben wir 2x heisses Wasser bestellt, welches uns der leicht irritierte Mensch natürlich ordnungsgemäß in 2 Tassen gebracht hat. Nach einigem Gelächter bekommen wir unseren Schnaps, der leicht nach Hustensaft mit Anis schmeckt. Der Ober trinkt das heisse Wasser selbst 😊 Am nächsten Morgen scheint die Sonne. Also nix wie raus aus den Federn und zum Frühstück. Danach wollen wir zum Parque Avis. Dorthin gelangt man mit der..na, ich nenne sie mal „Seilbahnmetro“. Man fährt mit der Metro bis zur Endstation und geht dann direkt den Schildern nach zur Seilbahn. Diese führt einen zumächst bis zur Station „Santa Domingo“, und dann immer weiter und weiter bis zum Parque Avis. Was sich so schön anhört, sieht leider nicht so schön aus. Hoch über Medellin wohnen die nicht so betuchten Menschen Medellins. Ich frage mich die Ganze Zeit, wie und ob überhaupt ein Grossteil dieser Menschen in die Stadt runterkommt, oder ob sich deren Leben im eigenen Stadtviertel abspielt. Und wieder denke ich daran, dass es kein eigener Verdienst ist, in welchem Land und in welchem Status man geboren wird. Manche Menschen bekommen einfach vom Schicksal keine Chance. Es würde jedem mal gut tun, das Elend der Welt zu sehen oder zu erleben…. Ich muss ehrlich gestehen, ich möchte jetzt in die Wärme. Gut, dass die Abfahrt mit dem Nachtbus nach Cartagena ansteht. Ich bin mal gespannt, was das für ein Bus ist…14 Std sind lang….

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Cartagena darf nicht fehlen

Der Busterminal in Medellin ist wieder riesig, aber gut organisiert und sauber. Fürs bano, also das stille oder auch weniger stille Örtchen, zahlt man wie überall in Kolumbien 1000,00 Cop. Überhaupt muss man sich in Kolumbien keine Sorgen wg mangelnder Toiletten machen, oder Orte, die als solche deklariert werden. Solange Du bist 1000,00 Cop zahlst kannst Du quasi überall….😎 Aber ich schweife ab. Wir sind noch am Busterminal in Medellin und warten am Ausgang Nord auf die Abfahrt des Busses. Es ist ein wenig wie am Flughafen, denn man muss erst durch die Gepäckkontrolle, bis man zu den Abfahrtstationen kommt. Da wir noch über eine Stunde Zeit haben, bleiben wir im Wartebereich noch auf den Stühlen sitzen und schauen dwm bunten Treiben zu. Offenbar schaut auch uns jmd zu, denn es dauert nicht lange, und wir sind von der freundlichen, per Handschlag grüssenden, „Policia“ umringt, nebst freundlich hechelndem Drogenspürhund, ein wirklich süsser Golden Retriever (süss finden den Drogenschmuggler sicher nicht, da wir aber „clean“ sind, ich schon. „Wo wir herkommen und wo wir hin wollen. Die Reisepässe bitte. Seit wann wir da sind, wie lange wir bleiben. Dazwischen spanischer smalltalk, damit man vermutlich nicht den schlechtesten Eindruck hat. Es dauert ewig..Fotos von den Pässen..hier blättern, da blättern. Der Hund grinst gelassen, ich auch..er steht nämlich und setzt sich nicht engagiert neben unser Gepäck. Hätte er das getan, wäre mir nicht mwhr so wohl gewesen…das wist nämlich das übliche Zeichen für: „So Herrchen, die schleppen Dinge mit sich rum, die verboten sind“. Und dann…ja dann ist Schluss mit freundlich hier. Aber der gute Bello steht schwanzwedelnd und gelangweilt, und nachdem sie nun auch noch 2 Fotos von uns gemacht haben (gut, dass ich mich nicht sehen musste 😂) , gaben sie uns noch freundlich die Hand und zogen von dannen. Ich seh sie ehrlich gesagt auch lieber von hinten, als von vorne. Ist einfach so. Unser Bus kommt…und „juchu“ er sieht aus wie ein moderner Reisebus. Diesmal waren wir schlauer und haben die Plätze weiter vorne gebucht. Erst ist die Freude gross: wie im Flieger mit Kino, Musik und Medienprogramm…bis, ja bis wir nach 30 min feststellten, dass unsete Plätze direkt unter der Klimaanlage waren. Die Klimaanlage lief mit Programm: „Willkommen in der Arktis“ und wer auch immer sie so eingestellt hat..ich bin mir sicher , er kam aus der Arktis. Es war schrecklich… wirklich bitter bitterkalt. Der Busfahrer taub auf dem „gehts bitte wärmer Ohr“, aber vllt waren ihm die Gehöhrgänge ja auch schon zugefroren. Christian und ich versuchten alles, was wir irgendwie wärmendes finden konnten zu nutzen…es half nichts. Entweder hatte die Sache Methode oder eine höhere Macht Mitleid mit uns, kurz vorm Erfrierungstod fuhr der Busfahrer eine Pausenstation an. Diese Pausenstationen kennen wir schon aus Vietnam und anderen Ländern..meist übergrosse Fressbude mit heruntergekommenen WC’s und fliegenden Händlern mit allerlei Blödsinn. Aber heute war es anders…Christian erspähte zuerst die Rettung..in einer kl gläsernen Kiste lagen sie… 2 kitschig bunte , vermutlich seit Monaten bei 30 Grad im Schatten vor sich hinstaubende Filzdecken. Und er wollte für beide 30.000 Cop was ca 5,00 Euro/Decke bedeutete. Das ich mich jemals über zwei so hässliche und verranzte Decken so freuen kann, hätte ich nicht gedacht. Und die beiden Decken hielten warm…es war herrlich. Ab diesem Moment waren die 15 Stunden nach Caratagena kein Problem mehr.

Es dämmert als wir die Augen aufmachen. Die Nacht war ok. Nicht paradiesisch, aber ok. Due Gegend hat sich völlig verändert…es ist weitläufiger, Palmen säumen den Straßenrand, die üblichen kleinen Hütten mit Obst und Fischverköufern säumen den Straßenrand. Abseits der Städte ist vieles noch nicht urbanisiert. Der Bus fährt wie immer den Busterminal weitab der Innenstadt an… und obwohl es erst morgens um 7 Uhr ist, haut einen die bisher nicht gewohnte Hitze, nebst Luftfeuchtigkeit von 90% erstmal fast um. „Hola, bienvenidos a Cartagena“. Aber nun heisst es, Taxi zu organisieren, was in Kolumbien bedeutet: abwarten bis eins in Sicht und Zeichen geben. Meist halten die Taxis von allein an. Der Preis ist verhandelbar, aber da die Preise sowieso extrem günstig sind, haben wir es oft gelassen bzw. mehr gegeben als verlangt. Unser Taxifahrer ist heute mal wieder klasse….ein kolumbianisches Original. Das Auto rappelt und klappert, er hört gerade Gottesdienst mit viel rythmisch und gut klingendem Gesang. Eher nach Salsa als nach Gottesdienst anmutend. Die meisten Taxifahrer in Kolumbien sind redselig und interessiert. Touristen sind erwünscht und werden meist ausgesprochen zuvorkommend behandelt. Wer kein Gesprächsthema findet: Fussball geht auch hier, wie überall. Unser Fahrer erzählt aber stolz, dass er aus Cartagena stammt und seine Stadt für das Paradies hält. Man muss ihn einfach mögen. Ausserhalb der Stadt, empfinde ich Caratagena gar nicht als „Perle der Karibik“. Wie überall sind auch hier die Defizite zwischen arm und reich deutlich zu sehen. Zerfallene Häuser/Hütten, Dreck und Müll. Und wieder fühle ich mich demütig und bin dankbar, für die Dinge, die ich besitze, und die mir so selbstverständlich oft sind. Je mehr man in die Stadt gelangt um so mehr ändert sich auch das Bild. Ein wenig fällt mir meine Heimat ein..“Mainhatten“-Frankfurt sieht ähnlich aus, was die Skyline betrifft. Unser Hotel liegt allerdings im schönsten Stadteil von Cartagena, dem „Historischen Viertel“. Diese ist von einer alten Stadtmauer umgeben und schirmt es quasi von den Betonbauten und Arbeitervierteln ab. Im historischen Viertel sind die Häuser und Häuschen im Kolonialstil gebaut. Bunt und mit wunderschönen Blumen umrankt präsentiert sich hier tatsächlich Cartagena von seiner schönsten und farbenfrohsten Seite.

Unser Hotel lässt uns zwar die Rucksäcke deponieren, dafür heisst es aber vorab: Zimmer leider überbucht. Uns wird ein Partnerhotel angeboten für eine Nacht. Wollen wir aber nicht. Dieses Aus- und Einpacken nur für eine Nacht ist einfach umständlich. Die Dame an der Rezeption weiß, dass sie Mist gebaut haben und telefoniert. Dann eben die gesamte Zeit im anderen Hotel, schlagen wir vor…nee, dass will sie nun auch nicht, und schwupps plötzlich gehts. Es würden jetzt andere Gäste umsortiert. Na dann….. 😉 Das Hotel ist ansprechend, wenn auch die Zimmer in der Beschreibung etwas anders aussahen. Unsere Hotels/Hostels haben wir immer aus Empfehlungen. Auf die Zimmer dürfen wir auch erst um 15.00 Uhr. Das bedeutet noch 4 Std in der Mittagshitze rumlaufen. Die Mittagshitze ist , selbst für eingefleischte Sonnenanbeter wie mich , brutal. Das wissen auch die Einheimischen und verkaufen alle 5m Sonnenhüte für 5000 Cop, ca 1,50/2,00 Euro. Cartagena ist keine „wir laufen mal an den tollen Strand“ Stadt. Es gibt meines Wissens nur 2 Möglichkeiten baden zu gehen. A) man fährt in die „upper class“ Gegend zum Hilton Hotel bzw. Hotel Caribe..und mischt sich dort unter die Badenden B) man nimmt das weniger schöne aber zweckmässige Stückchen ausserhalb der Altstadt, gegenüber der Busststion marisol Wir waren gar nicht baden, was aber für Cartagena auch gar nicht schlimm war. Im historischen Viertel findet man wirklich erstaunlich gute handwerkliche Kunstgegenstände und hübsche kleine Boutiquen. Wer also seinen Lieben etwas mitbringen möchte sollte es vllt besser hier suchen, als in Santa Marta, wo man überwiegend den Touristennepp bekommt. Leider ist man hinterher immer schlauer, und da ich ja immer nachhänge mit dem Schreiben, ärgere ich mich es nicht gemacht zu haben. Es gibt nämlich 2 sehr gute Kaffee- und Schokoladengeschäfte, die landestypische Geschenk-und Genussartikel anbieten. Allerdings ist es auch immer so eine Sache, wenn man mit Rucksack reist..wer will schon, dass die Souvenirs völlig verorgelt daheim ankommen. Die Altstadt bietet ausser den hübschen Gassen/Häusern und Plätzen noch ein tolles Museum für moderne Kunst. Abends ist es proppenvoll mit Menschen. Gleichzeitig lassen sich Touristen per Einspännerkutsche durch die Gassen fahren. Das nervt einerseits etwas und zum anderen tun mir die Pferde auch irgendwie leid. Wer ausgerechnet essen möchte, dem empfehlen wir das „la mulata“ in der Nähe des Parque Fernandez. Wir sind gleich 2x hingegangen…es war einfach zuuu gut. Allerdings sollte man zw 18.45 und 19.15 da sein, sonst wirds eng mit Platz bekommen. In Kolumbien sind im Dez und Januar „grosse Ferien“ und somit die Urlaubsorte in der Karibik voll mit nationalen Touristen. Man sollte sich darüber im klaren sein, dass auch die geschäftstüchtigen Kolumbianer incl. der Fluggesellschaften die Preise locker verdoppeln. Bis auf die nationalen Flüge (da ist es wirklich schon unverschämt was sie draufschlagen) ist aber alles noch gut bezahlbar. Was soll man nun über das vielgepriesene Cartagena sagen? Man nennt Cartagena „die Perle der Karibik“ und vermutlich ist es wie mit Schmuck..der eine mag Perlen, der andere Diamanten und wieder ein anderer Smaragde etc. Ja, Cartagena ist schön…vor allem der historische Teil. Wers mag noch due upper class side um die Luxus Hotels. Aber für mich wars das auch. Die Stadt weiß um ihre extra für die Touristen aufgehübschte Altstadt. Alles wirkt dort wie geleckt und auf dem Perkenteller präsentiert. Ausserhalb der Altstadt ist aber Schluss mit schick. Dort steht man direkt vor den Arbeiterviertel und hässlich weißen Hochhäusern. Für ein bis zwei Tage sollte man sich die Perle mal ansehen, mehr brauchten wir dafür aber nicht.

Los Cocos oder „Auszeit für 1 Woche
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Los Cocos..sagen die Einheimischen, Los naranjos nennt es google maps. Wer runterkommen möchte, der ist hier genau richtig. Im Nachhinein war die Idee, irgendwo zwischen Palomino und Santa Marta unterzukommen ein wahrer Glücksfall. Palomino und Santa Marta waren uns zu ausgebucht, und irgendwo tat Christian dann plötzlich „Villa Margarita“ auf. Er reichte mir das Handy mit den Worten: „Sieht gut aus, da ist aber nix drum rum, nur dass Du Bescheid weißt…zum Meer aber nur 10 min. Essen kann man da auch“. Ich weiß nicht, wie es anderen Frauen geht, aber mir reichen die Schlagworte: Sonne,Sand und Meer und Sauber!“ Und da mir die Fotos auch zu sagten, buchten wir für 4 Tage, vor allem, weil wir die Unterkunft auch als gute Ausgangsposition für Erkundungstrips befanden. Aber erstmal mussten wir ja von Cartagena weg. Nichts einfacher als das: Taxi rufen und für wenig Geld zum Autobusstandort der Firma Marisol. Dort am Besten einen Tag vorher Tickets reservieren lassen, die meisten Unterkünfte sind super hilfsbereit und rufen an. Oder am Abreisetag selbst hin…schlimmstenfalls, muss man warten. Wir hatten aber Glück und der Minibus stand parat.

Gegenüber ist dann auch diese weniger schöne Ecke, an der viele baden. Naja..wers mag

Die Fahrt in dem kleinen, aber für kolumbianische Verhältnisse, sauberen Minibusse war klimatisiert und interessant. Man fährt ca 4 Stunden und es kostet pro Person um die 50.000 Cop, ich habe es echt schon wieder vergessen, sorry. Wer in Santa Marta reinfährt denkt zunächst: Puh..schön ist anders. Wie so oft in grösseren Städten sieht msn diese hässlichen Betonburgen. Es war Mittagzeit und der kl. Bus hielt mitten an der Hauptstraße. Wo? Keine Ahnung. Man weiß ja irgendwie nie wo man rausgeschmissen wird bzw aussteigt. Man nimmt es hin, fragt irgendwen, entweder hat man die Richtung, oder man ruft ein Taxi. Wir machten beides. Der nette Fahrer sagte dem Taxifahrer, dass wir zum xyz Busterminal müssen, von dort aus sollten wir den normalen Rappelbus nehmen, den alle Einheimischen benutzen. Wenn ich Rappelbus sage, dann meine ich die typischen blauen, oder manchmal auch grünen oder roten, Klapperbusse, die völlig marode sind. Diese fahren ihre Strecken innerhalb und ausserhalb der Orte ab und laden jeden ein, der irgendwo an der Strasse steht und die Hand hebt. Umgekehrt lässt er Dich auch überall da aussteigen, wo Du raus willst. Die Busse werden mit Menschen so vollgestopft, wie es geht. Wenn Du mit ner Matratze von 140 x 200 m an der staubigen Strasse stehst, kein Ding. Die stressresistenten Kolumbianer verstauen Dir das Teil auf dem Dach. Alles wird festgezurrt, und ab die Mitte 😊. Meistens kostet eine Fahrt zwischen 3000 – 8000 Cop. Der Taxifahrer setzte uns also vor einem solchen blauen Bus ab. Irgendwer brüllte: „los Cocos?“ Ich brüllte ein: „Si, dos personas“. Wieder ein anderer brüllte dazwischen, ob wir Wasser oder Bananen kaufen wollten. Christian versuchte gegen Verkehrslärm, die üblichen aus allen Ecken laut klingendem Salsarythmen und Menschenstimmen, anzubrüllen, um von mir zu hören, was gesagt wurde. Ich konnte leider nichts mehr antworten, denn -obwohl einer der Angestellten Jungs andeutete, dass der Bus voll sei – schob mich ein anderer mitten in den übervollen Bus…mein Rucksack wurde zwischen Fahrer und Beifahrer geschmissen…Keine Chance zur Gegenwehr. War aber egal, denn Christian tauchte plötzlich neben mir auf…nebst seinem Rucksack, der auch noch auf meinen draufgefeuert wurde. 😊 Perfekt…authentischer geht es nicht, wenn man am kolumbianischen Leben Teil haben möchte. Der Bus erinnerte mich irgendwie an die überfüllten Busse in Indien 😊 Und wie überall…laute Salsa Musik aus dem Radio. Es ist nie leise in den Städten Kolumbiens. Jeder dreht seine Musik auf und beschallt die Welt, ob die es hören mag oder nicht. Wem es nicht gefällt, muss einfach lauter sein.

Die Türen und Fenster der Rappelbusse sind immer offen, und es gibt einen Fahrer und einen Kassierer, der meist während dee Fahrt „lässig“ in der offenen Tür steht, wenn er gerade nicht kassiert. Für Frauen mit kl. Kindern, Schwangere und alte Menschen machen die Kolumbianer Platz. In der Metro in Medellin sind zur Erinnerung daran, überall Schilder angebracht. Find ich klasse. Kolumbianer sind ausgesprochene Familienmenschen. Sie betreiben Generationshaushalte und unternehmen sowohl am Wochenende, als auch in den Ferien gern was zusammen. Nachdem der Bus aus Santa Marta Stadt raus ist, muss er bergauf fahren…er knechtet sich tapfer Serpentinen hoch und erlaubt wunderbare Ausblicke auf Bananenpalmen, Hibiscuspflanzen, Kakteen und was weiß ich für 1000ende von unterschiedlichen Bäumen und Sträuchern. Vorbei geht es am Tayrona Park, hier und da stehen leicht verwahrlost aussehende aber bewohnte bunte Häuser/Buden. Überall wird irgendwas auf der Strasse zum Verkauf angeboten.

Da wir dem Kassierer des Busses gesagt haben, wo wir hin wollen, hält der Bus irgendwann an und wir stehen mit unseren Rucksäcken an der staubigen Landstrasse. Neben uns 3 Häuschen, die sich als Kiosk entpuppen…und ein verstaubtes Schild, welches den Namen unserer Unterkunft enthält. „Ok, dann suchen wir sie mal“, murmel ich vor mich hin und trabe dabei auf den einzigen Menschen zu, der hier aufzutreiben ist:“Buenas, donde estar la villa margarita“ ? Er lächelt freundlich, zeigt mit dem Arm eine Art Linkskurve an und meint nur : „inmediatamente a la vuelta de escina“… Wir traben also los und folgen der staubigen Strasse und seiner Armbewegung. Unser Tatendrang wird kurz von ein paar freilaufendwn Hühnern abgebremst, die sich in kolumbianischer Stressresistenz ihren gewohnten Weg bahnen, ohne von uns Notiz zu nehmen. Nach 300 m sehen wir rechts eine Einfahrt unter Dutzenden von Bananenpalmen über der „Villa Margarita“ steht. Bingo, am Ziel.

Doch bevor wir endgültig am Ziel sind, heisst es „Treppen steigen“…und das sind nicht wenige mit 12kg auf dem Rücken und 5 kg im kl. Rucksack vorn. Wieso sind Wasserflaschen auch immer so schwer 😎? Als wir oben sind, sind wir nicht nur aus der Puste, sondern auch sprachlos. Das hätten wie nicht erwartet. Vor uns eröffnet sich eine gigantische Aussicht auf das Meer, die Sierra Nevada, Tayrona Park und eine wirklich wunderschöne Unterkunft.

Wir werden freundlich von der Besitzerin und deren Bruder begrüsst. Die Villa Margarita besteht aus einem offenen Ess-und Küchenbereich. Darauf gebaut ist quasi der ausgebaute Dachbereich in dem die beiden schlafen…und die Tochter der Besitzerin auch? Ich hab das nie richtig begriffen. Irgendwie kam immer jmd mal die Leiter morgens runter. Dann gibts noch das rosa Häuschen mit 2 Zimmern und ein weiteres 2 stöckiges Bambushaus mit 4 Doppelzimmer und noch ein weiteres Nebennhäuschen mit 1 Dreibettzimmer. Es steht zwar in der Beschreibung „mit wlan“…das gibts aber gefühlt nur 5 min am Tag…wenn überhaupt. Ab dem 2. Tag hat man sich dran gewöhnt ohne auszukommen und das Handy bleibt im Zimmer. Kein TV, kein warmes Wasser, kein Schickimicki. Dafür wunderbare Ruhe, Natur, Hühnerfegacker, Vogelgezwitscher, Hund, Katze, einige Ameisen und wie überall Mosquitos. 😉

Man kann hier morgens frühstücken und abends essen. Die Auswahl abends beschränkt sich auf einige Fischsorten, Camarones, Huhn, Reis und Nudeln, Patata frites. Sagen wir so, es schmeckt gut. Nicht überragend, aber ok. Generell ist die kolumbianische Küche jetzt nicht unbedingt das Vorzeigetalent, aber für diese eine Woche wars ausreichend. Ach so, wir haben nach 4 Tagen noch mal verlängert. Waren also dann eine gute Woche im paradiesischen Nirgendwo. Zum einen war ich nicht ganz unschuldig daran, denn vom 2. auf den 3. Tag bekam ich nachts eine fette Seitenstrangangina nebst Ohrenschmerzen und Husten. Ich war so frustriert..immerhin hatte es uns ja schon vorm Urlaub niedergebretzelt und nun das. Ich blieb also wieder einen kompletten Tag im Bett unter dem Mosquitonetz und war nicht ansprechbar..Tag 2 war auch nicht besser, nachdem dann eine Gesichtshälfte taub wurde, entschied ich mich nach Abwägen aller Dinge für Antibiotika, was ich für Notfälle dabei hatte. Das dies die richtige Entscheidung war, zeigte sich darin, dass es nun wieder rasch bergauf ging.

Auszeit von Medien und Lärm bewirkt wundersame Dinge, man geht zB früh ins Bett und schläft herrlich und tief. Das mein Freund, die Nachteule abends um 20.00 Uhr einschläft mit mir und bis morgens um 6 durchschläft, hätten wir beide wohl nicht geglaubt. Und…nach 3 Tagen hörte sein Schnarchen auf. Auch unglaublich…er, der sonst super unruhig schlief, lag ruhig während des Schlafs im Bett und war nicht zu hören.

Mal von meinen beiden miesen Tagen abgesehen…ich schlief ebenfalls super und lange lange lange. Anfangs war es merkwürdig ohne handy, aber schnell gewöhnt man sich daran. Ich kann es wirklich jedem nur empfehlen !

Wenn man abends um 8.00 ins Bett fällt, wacht man in der Villa Margarita mit den Hühnern auf..oder besser gesagt, mit dem Hahn..nein, ehrlich gesagt mit Hähnen. Diese konkurrieren im Geschrei. Während Christian dies überhören konnte…hatte ich nach einer Stunde die Neigung alle auf einen bayrischen Bauernhof strafzuversetzen. Aber sonst war nachts alles fein.

Von der Höhe unserer Unterkunft führt ein Weg gesäumt mit Bananenpalmen, Ananaspflanzen, Mandarinensträuchern, Mangos, Kokospalmen. Und dann steht man am Meer und freut sich über Weite, Sonne und das blaue Wasser 😍

Die Karibik in Kolumbien hat wenig mit dem türkisblauen Wasser zu tun, das man von der Dom Rep oder Mauritius kennt. Es gibt zwar einige Privatinseln, auf denen man dieses feeling bekommt, das kostet dann aber ein rundes Sümmchen pro Nacht.

Das baden im Meer ist nicht ungefährlich, die Strömung ist wirklich gigantisch. Die Wellen bis zu 3m hoch. (Fortsetzung folgt)

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Tayrona Park – oder wie ein Spaziergang zum Marthon mutierte….🙈😎

Der Tayrona Nationalpark wurde benannt nach den Tayrona Indianern, die dort bis zum 16. Jahrhundert gelebt haben, bis sie von Kolonialmächten vertrieben und ausgerottet wurden. Der Park ist 150m2 km gross und beherbergt mehr als 500 verschiedene Tierarten und 5000 verschiedene Baum- und Pflanzensorten. Kolumbiens Tierarten sind reichhaltig…Affen, Leguane, giftige kl. Pfeilfrösche, Schlangen (Anacondas z.B), Kaimane usw.

Wer sich ein wenig gruseln möchte, mag sich diesen Link dazu ansehen

die gefährlichsten Tiere Kolumbiens

Wir können nur mit persönlich angetroffenen Tieren dienen:

Ehrlich gesagt, hab ich mir die Tierwelt Kolumbiens auch erst danach durchgelesen 😎

Der Tayrona Nationalpark ist extrem bekannt bei backpackern…und beliebt. Natürlich wissen die Kolumbianer den seit 2 bis 3 Jahre boomenden Backpackerstrom zu vermarkten. Während nan vermutlich vor 2 Jahren noch relativ allein am Strand in der Hängematte oder im Zelt Liedern über Frieden,Freiheit und Revolution lauschen konnte.. gleichen die vermieteten Hängematten, Holzverschläge und Campgrounds einer touristischen Kaffefahrt mit backpackern. Da die Zelte vermietet werden (Wurfzelte, die fest verankert sind) und natürlich nicht gereinigt werden, ist es auch kein Geheimnis, dass man nicht selten Besuch in Form von Bettwanzen mit nach Hause nimmt. Bettwanzen sorgen nicht nur für fiese Stiche und Juckreiz, sie sind quasi nur durch Feuer oder Kämmerer unausrottbar. Sprich, Du solltest Dein Gepäck verbrennen, bevor Du es öffnest zu Hause, sonst hast Du die Viecher überall und der Kammerjöger wird teuer, zumal man einige Zeit ins Hotel muss, dank Chemiekeule.

Wir haben in Salento ein Paar getroffen, die auf Weltreise sind, umd denen genau das widerfahren ist.

Aber nun zu uns. Natürlich kostet der Park Eintritt, 109.000,00 Cop , wer übers Internet die Karten kauft zahlt nur 102.000,00. Wir haben gleich doppelt bezahlt. Da ich krank war, verfielen die Karten.

Man kann an verschiedenen Stellen den Park betreten. Man bekommt ein Bändchen ums Handgelenk, als Zeichen, dass man bezahlt hat. Kriegt auch fast jeder Backpacker in seinem Hostel, als Erkennungszeichen, falls er verschütt geht, oder wg Drogen einkassiert wird. Überhaupt muss man an fast jeder Stelle (Hotel, Hostel,Busterminal,private Taxis, Tayrona Park, etc) den Reisepass vorlegen und Fragen beantworten, nebst Telefonnummer angeben.

Wir entschieden uns für den Eingang „Calabaza“. Dieser ist von Los Cocos ca 11 km entfernt und ca 20 von Santa Marta. Geplant hatten wir ca 2 Std, da ich noch Antibiotika nehmen musste und 2 Tage vorher flach lag. Verschieben lag auch nicht drin. Dafür haben wir den 4 Tagestrip zur Ciudad Perdida verschoben, der extrem anstrengend sein soll.

Wenn wir geahnt hätten, dass wir den viel härteren Trip gewählt hatten…

Also – von oben gesehen (los cocos oder Pareira kommend) muss man am Haupteingang noch vorbei fahren und dann kommt irgendwann Calabaza. Brav stiegen wir aus. Relativ gut gelaunt und noch gestärkt mit 2 Scheiben Toast und Marmelade – mehr gibt’s ja meist nicht zum Frühstück in Kolumbien. Eier konnten wir zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr sehen – dass nur mal so am Rande. Wenn man in Calabaza aussteigt, muss man zunächst einen kl. Weg beschreiten und kommt dann zur üblichen Kontrolle. „Ha, wäre ja auch zu schön gewesen, mal nicht kontrolliert zu werden, aber immerhin mal ohne unsere „Telefonnummer angeben zu müssen“ 🙂 Ok, nachdem wir also erfahren hatten, dass wir unsere online gekauften und reservierten Tickets von 2 Tagen vorher in die Tonne treten konnten (ich war ja krank geworden – juckte aber niemand) mussten wir die 109.000 Cop noch einmal pro Person bezahlen. Der Rucksack mit Kamera und Mückenspray sowie 1 Fl. Wasser – war ok – also auf dann zur fröhlichen Kurzwanderung im Tayrona Park.

Mehr als 2 Std. hatten wir nicht angedacht – immerhin nahm ich noch Antibiotika und Christian ist im Gegensatz zu mir (ich liebe Marathon und Trailrunning) – ein Laufmuffel was „Anstrengung“ bedeutet. Er spielt Tennis – kurze Wege, kurze Sprints – langt.

Was soll ich sagen… – es ging bergauf.. und das stetig. Die ersten 10 min einer 75 % Steigung fanden wir noch lustig.. immerhin war alles schön grün um uns herum..und neu. Der Weg war weder befestigt noch gut zu laufen. Überall tiefe Rillen und Huckel von vergangenem Erdrutsch und Regenfurchen, die die Regenzeit hinterlassen hat.

Nach 30 min war mein Freund bei 40 Grad im Schatten und 90% Luftfeuchtigkeit nicht nur kochgar… sondern auch schon äußerst schlecht gelaunt. Ich persönlich muss ja zugeben, dass ich diese Art von Extremsport mag – macht ja auch trailrunning aus, verstehe aber total, dass jemand der das a) überhaupt nicht braucht und b) auch nicht gewohnt ist – ziemlich die „Faxen dicke“ hat. Allerdings gab es nicht wirklich ein zurück. Wer bricht schon den Weg nach 30 min. ab, wenn er denkt, dass es ja irgendwann mal ein Ende geben muss. Die Sierra Nevada ist halt ein Gebirge, Kolumbien nicht Schleswig Holstein – also muss man da durch.

Es ging genau 2 Stunden bergauf.. vllt. mal kurz bergab, dann aber dafür wieder über holprige Wege, Bachläufe etc. bergauf. Die Miene meines Freundes war eisig.. allerdings nicht vor Kälte blau – sonder tiefrot vor Hitze. Wer uns beobachtet hat, sah mich meist 20 m voran.. und ihn vor Wut und Erschöpfung hinterherschnauben. Aber ich verstand ihn ja, – so hatte ich mir den Spaziergang auch nicht vorgestellt. Wir kamen an eine Abzweigung bei der man sich zwischen „Playa und Pueblito“ entscheiden sollte. Zur Playa sollten es noch knapp 5 km sein – zum Indianerdorf noch knapp 3 km . Aufgrund der Anstrengung entschieden wir uns fürs Indianerdorf. Der Weg wurde noch beschwerlicher. Raufkraxeln auf Riesensteine, über Schluchten klettern und wieder runter, aufpassen, dass man nicht in Löcher fällt, durch Sträuche steigen, Hänge runterklettern… es war schlimm – wirklich schlimm. Irgendwann rutschte ich mal ab und bekam leider eine Liane mit lauter Dornen zu fassen, die ich 3 Tage lang mit Nadel aus dem Finger rausstochern musste und der Rest rauseiterte, trotz Betaisodona. Als wir dann nach weiterer Stunde im Indianerdorf ankamen, fanden wir dies auch nicht besonders. Ja, es war schön.. ja, die Kinder waren auch niedlich – aber wir waren viel zu durstig und zu frustriert, als das wir es hätten genießen können. Irgendwo muss doch hier der Ausgang sein. Wir folgten dem Weg und kamen wohin…. nach einer weiteren Stunde waren wir dann an der Playa! „Was sollte dass denn? Dann hätten wir ja gleich andersrum gehen können?“ Hier mussten wir dann weiter durch die Sonne ohne Schatten um den nächsten Weg zu nehmen, der uns zum Backpacker Ground führte.

Alles was wir vom Tayrona Park gehört hatten war, dass hier die Backpacker zumindest für einige Tage Rast machen. Ich habe ja schon davon geschrieben – es gibt Hängematten, Wurfzelte und Holzhütten, die man mieten kann. Es kann ja durchaus sein, dass vor 2 Jahren der Campground (es gibt 2 davon im Tyrona Park – einer liegt ca 2 Std. vom Haupteingang zu Fuß entfernt), noch relativ leer war. Aber jetzt stapelten sich hier 100te von Menschen nebeneinander sowohl am Beach als auch Wurfzelt an Wurfzelt. Es gab eine überdachte Essenausgabe, die alles andere als romantisch wirkte – nix von wegen „Freiheit, Wordtraveling, Peace and Love“ – eher „Mensa, Fast Food, Massenabfertigung“.

S

Sorry, wenn ich da so ehrlich bin. Aber das waren und sind unsere Eindrücke. Meine Tochter (21) war auch erst total überrascht, weil sie sagte: „Mum, jeder schwärmt davon und hat mir in Ecuador davon erzählt“. „Ja, sagte ich, glaub ich Dir – das ist aber auch schon wieder 2 Jahre her…und in 2 Jahren kann der Backpackertourismus auch mal explodieren. Und da Backpacker bekanntlich immer dahin gehen, wo andere backpacker sind oder Tipps empfehlen… trifft sich vermutlich alles hier – und natürlich sind die Kolumbianer nicht bescheuert – sondern verdienen auch dann ihr Geld damit.

Aber hier wollten wir natürlich nicht bleiben… und wir hatten ja auch schon knapp 5 Stunden laufen hinter uns gebracht. Auf unsere Frage – wie lange dauert es bis zum Ausgang hieß es… noch 2 Std. Das war der Moment, als Christian und ich die Farbe verloren. Gut, dass man wenigstens an dieser Stelle was zu trinken kaufen konnte…

Ihr erinnert Euch? 2 Scheiben Toast und 1 Flasche Wasser… nebst Hitze, Luftfeuchtigkeit, Wege und Antibiotika… Hölle…!

Christian hatte zu diesem Zeitpunkt selbst das meckern und stöhnen aufgegeben – irgendwie latschten wir nur noch mit dem Gedanken „Bloß raus hier“ immer weiter und weiter. Etwas entlastet haben uns die Gesichter der entgegen kommenden Backpacker, die natürlich von der Straße des Haupteingangs auch erstmal ihre „Rucksäcke“ und „Klamotten“ zur Zeltstelle transportieren mussten. Und es ging immer wieder steil bergauf/bergab. Zig mit Holzplanken und Steinen provisorisch angelegte Treppen – dass stelle ich mir bei der Hitze ja auch ätzend vor. Allerdings kann man sich von Pferden für 70.000 Cop transportieren lassen. Sofern man Geld dabei hat. Wir hatten extra uns Geld daheim gelassen… „brauchen wir nicht – sind ja nach 2 Std. wieder daheim“.. *hust*..

Nach weiteren 2 Stunden stand dann endlich wieder ein Schild mit „salida“. Oh herrlich – der Ausgang.. ich hätte heulen können. Tja…. zu früh gefreut. Wir waren dann zwar aus dem Nationalpark draußen… aaaaaaaaaaaaaaaaaaber zur Hauptstraße wo unser Bus zur Villa Margarita fuhr.. da muss man noch mal 1 Std. gehen… außer man zahlt unverschämt viel Geld für einen Minibus. Und wir hatten ja keins. Ja, ich weiß – schön blöd…. Dummheit wird halt bestraft.

Fazit: 25 km Marsch. 3 fette Blasen trotz meiner Mizuno Laufschuhe – lag am Sand, der in den Socken war – und das man durch Wasser latschen musste, ab und an. Völlig dehydriert, hungrig… und müde.

Tayrona Park – wirklich schön, beinhaltet eine reiche Flora und Fauna. Als backpacker – nein danke – muss aber auch jeder für sich entscheiden. Wir haben viele getroffen, die wie wir von den unwegsamen, schwierigen Wegen überrascht wurden. Viele die leider in Sandalen, Flip Flops oder ähnlichen Trittchen unterwegs waren – und damit umgeknickt sind, oder einfach nicht mehr weiterlaufen konnten wg. Blasen oder weil die Wege oder das klettern nicht machbar war. Also unbedingt „feste Schuhe“. Schwangere und Ältere Menschen, Menschen, die Gebrechen haben – nur max. vom Haupteingang des Parks aus spazieren gehen. NICHT in Calabaza eintreteten – das wird nix, Leute!

Aber generell hat natürlich jeder seine eigene Sicht auf die Dinge – hin sollte man auf jeden Fall – nur besser vorbereitet sein als wir 🙂

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Santa Marta

Ruhe ist schön… Auszeit auch – aber irgendwann nach 8 Tagen sehnten wir uns dann doch wieder nach Zivilisation. Ich konnte keinen Reis mit Garnelen mehr sehen.. und ich wollte auch endlich wieder Blog schreiben. Christian hatte keine Lust mehr auf Eier am Morgen und wir sehnten uns nach Menschen und Abwechslung. Aber ich muss es noch mal sagen… „Los Cocos“ war nötig zum Runterkommen und ich die beste Entscheidung der Reise insgesamt.

Santa Marta ist eine kl. Hafenstadt direkt am Meer – wer mehr darüber lesen möchte, hier ein kl. Link für Santa Marta

Santa Marta ist die 11. größte Stadt in Kolumbien und ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Tayrona-Nationalpark und für mehrtägige geführte Wanderungen zur Verlorenen Stadt (Teyuna), einer archäologischen Stätte in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta. Auch nach Minca, einem kl. Bergdorf kommt man schnell. Dort kann man z.B. eine Kaffeeplantage besuchen oder einen Wasserfall.

Wer das erste Mal in Santa Marta reinfährt, oder gar von Cartagena kommend vom Berg aus auf Santa Marta blickt – wird nicht gerade begeistert sein. Wie so oft in Kolumbien, sieht man in größeren Orten/Städten weiße oder graue Betonbauten stumpf in den Himmel ragen. Schön ist leider anders. Aber meist ist man ja guter Hoffnung, dass im Ort oder in der Stadt, sich noch schöne Seiten auftun. Und das tun sie auch. Auch in Santa Marta. Auch hier sollte man sich möglichst eine Unterkunft in der Altstadt suchen. Wie so oft, sind hier die Restaurants und Plätze, die abends für schöne Stunden und buntes Treiben sorgen. Aber nicht vergessen…. Kolumbien ist laut. Ich meine das gar nicht negativ – aber es ist einfach so.

Kolumbianer preisen Ihre Ware, „Ihr Können“ – einfach all das, was sie kund tun wollen, überwiegend lautstark an. Per Mikrofon – selbst reinschreiend oder auch gern vom Band aus plärrend. Jeder Laden hat irgendeine Salsa Musik an und abends führt gefühlt jeder 2. Kolumbianer im Alter von 9 bis 99 irgendetwas am Straßenrand, vor den Geschäften und Restaurants auf. Ob schön oder nicht schön, ob melodisch oder Pein für die Ohren – es wird geduldet und unterstützt. Die Menschen wissen eben, dass es ein riesiges Gefälle zwischen arm und reich gibt. Und der, der es geschafft hat und etwas mehr vom Kuchen abbekommt, erinnert sich wahrscheinlich an schlechte Zeiten. Man hält zusammen.

Nichtsdestotrotz muss man das im Auge behalten, wenn man seine Unterkunft wählt. In Santa Marta sollte man immer über der Calle 10 wohnen – also eher ab 12 aufwärts. Zumindest hat uns dies ein Einheimischer empfohlen. Sicherheit geht einfach vor. Und auch wenn wir uns immer sicher gefühlt haben in Kolumbien, wir wären diesbezüglich kein Risiko eingegangen. Man sieht einfach zu viel Drogensüchtige und auch die Polzei scheut nicht davor zurück, einem zu sagen, dass man hier oder da besser nicht hingehen sollte. Auch uns wurde das an einigen Stellen geraten.

Santa Marta hat einen kl. Hafen, eine Mini Beach davor, dort kann man baden… – wenn man es mag. Wir mochten es nicht – aber abends dort lang zu laufen an der Strandpromenade und was zu trinken und zu essen – oder auch die sich ständig wiederholenden Souvenirs anzusehen, macht schon Spaß.

Der Ort hat auch einige schöne Kirchen, Grünflächen und Plätze. Es lohnt sich, Santa Marta auf eigene Faust zu erkunden. Wer punkten will – der kann das mit Fußball – wie überall auf der Welt : James Rodríguez, kommt aus Kolumbien und spielt bei Bayern München – oder Carlos Valderrama – dem sie in Santa Marta ein Wahrzeichen am Fußballstadion hingestellt haben – Also damit kriegt Ihr zumindest die männlichen Kolumbianer immer 🙂

In Santa Marta kann man Geld im Bankenviertel alles in der Nähe der Calle 18 finden – aber auch in den Supermärkten gibt es meist einen Bankautomaten.

Wer einen Tipp zum essen gehen möchte – hier 2 Weblinks

Lulo

ob Frühstück oder abends… einfach zu empfehlen. Wer aber keinen Koriander mag – sollte vorher nachfragen, ob damit gewürzt wird. Ich mag keinen, meine Freund liebt es.

Ihr solltet aber vor 19,00 Uhr einen Tisch suchen. Danach wird’s eng, und Ihr steht ewig und wartet.

Ouzo Restaurant – übrigens sonntags Ruhetag.

sehr zu empfehlen – aber vorher reservieren – am besten persönlich. Ist zwar griechisch angehaucht – da die kolumbianische Küche nicht viel bietet – lohnt es sich aber. Der Fisch schmeckt super.

Wer nach Minca, Pereira oder Los Cocos möchte, oder zum Tayrona Park, der kann – sofern er in der Altstadt wohnt – z.B. Calle 18, wo wir waren 🙂 , gut zu Fuß bis zum Busterminal laufen. Man braucht echt kein Taxi – außer man hat keine Lust ca 15-20 min zu gehen.

Radio Burger – leider keine Webseite – aber auf derselben Straße wie Lulo – quasi gegenüber. Wer Burger mag – und die frisch – ist hier genau richtig. Lecker und viel! (Fortsetzung folgt)

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Minca – kl. Bergdorf mit Wasserfall und Kaffeeplantage

Minca liegt ca 600 m hoch in den Bergen um Santa Marta. Es gibt an der Bushaltestation, an dervauch die Rappelbusse abfahren, an der Längstseite, ein kl. Büro, wo man die Tickets kaufen kann. Vom historischen Viertel läuft man ca 15 min bis dahin.

Vor dem Busterminal ist wie immer die Hölle los. Kolumbianer vertreiben ihre Produkte oft per Mikrophon und lautem Geschrei, nebst Salsamusik. Wenn dann mal locker 30 Stände auf 50m sind..und das auch Gegenüber, dann sind die Marktschreier com Hamburger Fischmarkt ein leiser Knabenchor, der hier völlig untergehen würde. Man muss es einfach erlebt haben. Prinzipiell wird man alle 30 Sek angequatscht , aber nur 1 mal. Also es wird einem nicht aufdringlich hinterher gerannt. Ein „no gracias“ reicht zu 95% aus. Klar, 5% Ausnahmen gibts überall. Unser Minibus ist klein und klimatisiert. In ihm sitzb Einheimische und Backpacker, wie wir. Ein älterer Kolumbianer mit landestypischem Hut sitzt mit seinen Einkäufen eine Reihe vor uns und ist guter Dinge. Er plappert und brabbelt mit dem Buafahrer ohne Ende. Da er später hoch in den Bergen aussteigt, irgendwo am Straßenrand im Nichts, nehme ich an, dass er unter der Woche nicht viel Menschen zum Reden zu Gesicht bekommt Der Bus knechtet sich die Serpentinen rauf und während der Fahrt sehen wir Strassenschilder, die wir so nicht kennen. Es wird vor Affen, Leguanen und Gürteltieren gewarnt, wie bei uns vor Wildwechsel 😎😊<img

Playa Blanca bei Santa Marta bitte nicht 🙈

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Ich machs kurz…es gibt 2 Playa Blancas in Kolumbien. Die eine ist schön, die andere nicht. Die Playa Blanca bei Santa Marta ist NICHT SCHÖN. Man fährt nach Radadero und kommt an einen völlig überfüllten Strand. Dort ankern alte Motorboote, lazfen gefühlt 100erte von fliegenden Händlern rum, und es wimmelt nur so von Touristen, die alle das eine wollen…. an den angeblich paradiesisch einsamen weißen Strand. „OHA“ ..uns war schnell klar, dass dieser Strand nicht das sein wird, was auf den Fotos und auch von den Einheimischen so angepriesen wird. Allerdings glauben wir mittlerweile, dass die Kolumbianer diesen Strand tatsächlich mit anderen Augen sehen. Zumindest die nationalen Touristen. Kolumbianer lieben es hautnah. Sie haben keine Berührungsängste. Wie auch! Von klein auf sitzt man mit zig Familienmitgliedern am Tisch, schläft auf engstem Raum, stappelt sich in Bussen etc etc. Auch ich habs gemerkt. Da klebt mal ein Bein an meinem. Kinderhände halten sich an meinem Arm oder Bein fest. Kinder werden in Bussen einfach bei Fremden auf den Schoss gesetzt. Hauptsache, es sitzt sicher. Aber zum Thema: Wir werden einem Motorboot zugewiesen und bevor ich auf dem schaukelnden Kahn zum Sitzen komme, trete ich fast den Boden durch. Eine Bodenplanke kippt und ich fall erstmal auf den Hintern. Bravo..ich muss lachen, Christian sowieso.. Hoffentlich kommen wir überhaupt an. Eine asiatische Grossfamile steigt zu…das Boot wankt .. Dann übernimmt eine Frau, Mitte/Ende 40, im Neoprenanzug die Führung. Sie wirkt wie eine Mischung aus Kampftaucherin/Animateurin und Opfer einer missglückten Schönheitsop., denn sie ist schlecht geliftet und das Permanentmakeup ihrer rosa auggespritzen Lippen, ist auch unglücklich gewählt.

Aber dann begreifen wir den Sinn ihrer lauten und überschwänglich erzählenden Anwesenheit…sie ist auf Promotiontour für die Abteilung „Tauchen“. Sie erzählt überschwänglich von der Schönheit der Tiefe, Korallen etc. und ich überlege angestrengt, wie weit man fahren muss, um diese Schönheiten zu sehen. Hier kann ich es mir kaum vorstellen. Hier würde ich eher Plastiktüten und Pommesstäbchen am Meeresgrund vermuten. Aber weiter komme ich nicht, denn hinter uns wird der Dieselmotor angeworfen und die Fahrt zum „Paradies“ beginnt.

Das Paradies ist jedenfalls „zeittechnisch“ nicht weit entfernt, allerdings von dem was wir uns als Paradies vorstellen, „Lichtjahre“.

Wer schon einmal im Fernsehen überfüllte Badebuchten in China gesehen hat, bekommt ein ungefähres Bild von dem, was sich in unser Sichtfeld schob: Menschenmassen und es war erst morgens, 10.00 Uhr. Von allen seiten knatterten Boote auf die arme kl Bucht zu. Dort standen 3 bis 4 Restarants und unzählige Stühle, die mit roten Plastikplanen als Sonnenschutz in 4er Abteile aufgestellt waren. Laute Musik beschallte den Strand. Beim Anlegen des Bootes wurde man direkt gefragt, ob man das Restaurant mitgebucht hat. Nein, haben wir nicht. Sind auf eigene Faust hier..nicht auszudenken, wenn wir über eine gebuchte Tour auch noch viel Geld dafür bezahlt hätten.

Die 4 Stühle Überdachung kostet 50.000 Cop..“no gracias“.

Wir schauen uns kurz an, schmeissen die Handtücher in den Sand und starren frustriert auf die Menschenmassen, die schon jetzt dicht gedrängt im schmuddeligen Wasser dümpeln. „Mio Dio“..geht gar nicht. Ich beschliesse das „bano“ zu suchen und werde im Hinterhof fündig. Hui !! Nur 500,00 statt der obligatorischen 1000,00 Cop. Kurz danach die Erklärung. Gibt keine Klospülung im Paradies, eine energische mujera spült per Eimer.

Bei Christian auf dem Handtuch angekommen, erkenne ich am Blick, dass er die „Schn….“ gestrichen voll hat…gut, ich auch. Wir schauen uns an, nicken und sagen „Vamos“..nix wie weg hier. Wir suchen ein Boot und verlassen die Playa Blanca fluchtartig nach 15 min….

Das hier ist übeigens das Bild aus der Werbung:

Sieht leider nicht so aus… schade

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Bogota und der abenteuerliche Rückflug

Es ist morgens um 5.20 Uhr, als uns das Taxi vom Hotel in Santa Marta zum Flufhafen fährt. Die Strassen sind noch frei, wir benötigen ca 25 min.

Was mir bisher noch gar nicht in den Kopf kam… ich bin ja selbst leidenschaftliche Läuferin – aber in diesem Urlaub und aus gesundheitlichen Gründen, fielen die tgl. km aus. An diesem Morgen fuhren wir mit dem Taxi aus Santa Marta raus – den Berg hoch und dann gehts direkt wieder über Rodarero weiter zum Flughafen. Jedenfalls kommt man am Ortsausgang von Santa Marta am „upper class“ Viertel, Buena Vista, vorbei. Tagsüber erkennt man das eigentlich gar nicht so – also nix von wegen prunkvolle Villen. Aufgefallen ist es mir eigentlich daran, dass der Busfahrer den Namen sagte, der ja schon mal recht nett klingt „buena vista – schönes Leben“ und daran, dass es auf den Verkehrsinseln sporttreibende Frauen gab, die Kickboxen mit Anleitung ausführten. Also quasi das, was man sonst im Fitness in den Kursräumen sieht – nur außerhalb. Diese hatten alle sehr moderne Klamotten an – und die Markenlabels waren selbst vom Bus her erkennbar. Gleichzeitig waren daneben Kinderspielplätze, die nicht nur extrem ordentlich und neu aussahen, sondern auch sehr modern. Da steckte also Geld. Wenn man so überrascht wird – schaut man natürlich genauer.. und dann kann man in den Nebenstraßen, kl. Reihenhäuser entdecken, die auch für kolumbianische Verhältnisse sehr gepflegt aussehen.

An diesem Morgen, es war ja noch stockfinster, fielen uns wirklich Massen von Läufern auf. Diese starteten alle aus dem „Buena Vista“ Viertel und rannten mehr oder weniger schnell die Serpentinen des Berges hoch. Da war richtig heftig Betrieb – ein wenig wie bei einem sich ziehenenden Marathon.. und alle tapfer schön bergauf.. und dauch in Rodadero wieder bergab. Hat mich irgendwie gefreut, Gleichgesinnte zu sehen. Allerdings ist es wohl auch die einzige Möglichkeit, um diese Uhrzeit seinem Hobby nachzugehen, denn sobald die Sonne draußen ist – wird es auch um 7.00 Uhr schon molllig heiß.

Das Flufhafenpersonal ist auch für diese frühe Uhrzeit freundlich und wesentlich entspannter als in Medellin. Wir haben noch 2 Std Zeit und sehen aufs Meer, welches direkt am Flughafen angrenzt Wie das Meer grenzt direkt an..und schon sehe ich sie…die Start und Landebahn…“Oha“, ähnlich wie in Kreta. Nix wie wegkonzentrieren, was an Kopfkino aufkommen möchte

Mein lieber Herr Gesangsverein…ist das kaaaaaaalt. Wir steigen nach 1,5 Std entspanntem Flug aus der Maschine. Diesmal konnten wir ja mal was von der 8 Millionen Metropole im Anflug sehen. Um den Flughafen herum gibts tatsächlich viel Grün! Wer hätte das gedacht. Ich habe nirgendes in Bogota so viel grün gesehen, wie um den Flughafen – schade eigentlich.

Der Tatsache geschuldet, dass wir schon beim Anflug nach Kolumbien, in Bogota 2 Nächte verbracht haben, fiel uns das Zurechtfinden am Aeroporto Bogota nicht schwer.

Wir hatten auch wieder dasselbe Hotel gebucht, mitten in der Altstadt. Diesmal kamen wir aber bei Tageslicht an.. und hatten auch nachtmittags noch Zeit und Muße uns umzusehen. Als erstes musste man aber den Kälteschock verdauen… es waren immerhin 30 Grad unterschied. Bogota empfing und mit 9 Grad am Mittag.

Dafür haben wir dann doch noch einige schöne Ecken in Bogota aufgetrieben. Nicht weit und noch Altstadt – gibt es den berühmten Platz de Boliviar – wo die meisten Veranstaltungen stattfinden, daneben ist der große Palast der Justiz – dem sich rechtsseitig auch die Straße der Gerechtigkeit anschließt.

Im oberen Teil befindet sich dann die wahre Candaleria, die aus schmalen Straßen und mit Graffiti bemalten Häusern sowie kleinen Kunstgeschäften, Kneipen und Hostels, zum bummeln einlädt.

Wer was auf sich hält, geht in der Zeit von 12.00 – 16.00 Uhr im San Juan essen. Dort verkehren „angeblich“, lt. eines Kunstausstellers, der uns diesen Tipp gab, sogar Politiker und Stars. Na prima.. wir haben keinen gesehen, ist aber auch nicht schlimm. Warum der Laden, den man erstmal suchen muss, weil er so versteckt um die Ecke liegt, nur so kurze Öffnungszeiten hat, erschließt sich mir überhaupt nicht. Generell ist es schwierig wirklich gute Restaurants in der Umgebung zu finden. Man sollte also vorab schon mal schauen, was man will – und vor allem, wie man bei Dunkelheit abends da hin kommt… Bogoto ist nicht „ohne“… wenn Ihr wisst, was ich meine.

Am nächsten Tag bekommen wir morgens die Nachricht, dass sich unser Rückflug nach hinten verschiebt. Mist, noch länger auf dem Flughafen warten. Das Zimmer dürfen wir bis 11.00 Uhr haben, dann ist Check out. Aber natürlich dürfen wir unsere Sachen im Hotel lagern. Wir entschließen uns doch noch mal auf den Berg Monserat zu fahren. Es gibt eine Seilbahn, einen Wanderweg (nur in Gruppen – sonst zu gefährlich) und eine Kabelbahn. Wandern fällt aus – Seilbahn fährt nicht, aber die Kabelbahn. Kostet auch wirklich nicht viel – nur 16.000 Cop Hin und zurück – was ca. 4,00 -4,50 entspricht.

Der Ausblick lohnt sich. Bogota ist riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesig… wie gesagt, 2,5 x so groß wie Berlin. Und das zeigt sich dann auch, wenn man auf dem Berg steht. Übrigens zeigt sich auch, wie dünn die Luft auf ca 2700 m Höhe ist… also nicht wundern, wenn man aus der Puste kommt.