Traveling Malaysia 2019

Bevor ich es vergesse, der Film Anna und der König“ mit Jodie Foster, wurde teilweise auf Lankawi gedreht.

01.01.2019 Neujahr

Wir brauchten nach dem Feuerwerk einige Zeit, bis wir wieder im Ovolo Southside waren. Die UBahnststion war zunächst auf den nächsten Einhängen abgeriegelt und ein riesiger Menschenstrom bewegte sich weg vom Hafen, um sich dann ganz langsam zu entzerren umd aufzulösen. Wahnsinn, das kriegen wir in Europa nie hin. Millionen Menschen und keine Müllberge, keine Besoffenen, keine Assis umd Schlägereien, kein Drängeln umd Schubsen. Chapeau, das fand ich klasse 👍✔🙋‍♀️

Aber nun rappelte der Wecker um 6.30 Uhr und wir mussten aufstehen und zum Flieger. In Deutschland war man noch nicht mal im neuen Jahr angelangt 😎😊 Also schnell noch gute Wünsche an die Lieben daheim verschickt und drei Kreuze gemacht, ohne Kater aufgewacht zu sein. Trotzdem wollte mich das neue Jahr nicht unbedingt erfreuen, mir ging es immer noch nicht gut. Mein Bauch schmerzte und meine 3569 Gänge auf die Toilette hatten mich schon die ersten Tage in die Verzweiflung getrieben. Es ist wirklich nervig, wenn man an zig fremden Orten alle 5 min das WC sucht…Und schön ist ja auch anders. Mein Verdacht war, dass eine Zyste im Unterleib zu gross geworden war und diese die Beschwerde umd Schmerzen auslöste. Super Susi, immer wieder abenteuerlich mit Dir.

Aber nun auf zum Airport. Diesmal mit Ubahn mir dem Airport Express. Nicht wie nach der Ankunft mit dem Taxi. Hongkong Airport liegt ca 81 km ausserhalb. Mit dem Taxi kostet es ca 50 Euro, mit der UBahn und Expresszug 12,00 Euro. Hinterher ist man ja immer schlauer 🤓🙄✔😇😃

Der Flug mit Cathay Dragon war super, da jbbet nix zu meckern. Wir hatten diesen schon von Deutschland mitgebucht und die Rückflüge auch. Gut so und stressfreier.

Hier noch mal 2 Fotos von der Bahnstrecke, auch hier sieht man die Massenuntekünfte, aus denen Hongkong besteht

Wir erreichen also Kuala Lumpur ohne gr Zwischenfälle und gönnen uns erstmal am Flughafen einen kl Snack und einen Kaffee. Und wieder heisst es neu sortieren, neues Land, andere Sitten und Gebräuche, andere Währung. Eben noch durch 10 geteilt, müssen wir die malaysischen Ringit durch 5 teilen.

Kuala Lumpur empfängt uns mit dunklen Wolken und Regen bei 30 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit. Glückwunsch… und hier ist alles anders als noch 5 Std zuvor in Hongkong

Nichts ist übersichtlich und sind wir überhaupt im richtigen Land? Gefühlt komme ich mir vor, als sei ich eher in Indien. Wir brauchen ewig bis wir uns in der U-Bahn zurechtfinden. Wir hatten zwar so eine nette Dame von der Touristinfo gefragt, welche Station wir aussteigen müssen, aber ich glaube, sie hatte selbst keinen Plan. Kreiste wie wild mit dem Kuli 3 Stationen an und meinte, ja die könnte gehen , oder nein doch besser Jimdo…oder nein XYZ… oder doch jimdo? Klasse. Wir sehen wohl sehr orientierungslos aus, als uns ein nettes männliches Paar anspricht. Schnell zeigten Sie uns eine weitere Alternative und brachten uns zumindest zu dem Bahngleis.

Homosexualität ist in Malaysia verboten. Einzig Kuala Lumpur duldet Homosexuelle, unfassbar für das Jahr 2019. Aber somit kein Wunder, dass gerade hier man sehr viele glückliche Paare trifft, die ihre Sexualität so gestalten können, wie sie wollen.

Uns läuft der Schweiß in Strömen, und es ist mittlerweile dunkel draußen. Der Rucksack drückt, meine Blase auch und meine Laune sinkt in den Keller. Wir sind von A nach B gefahren und wissen, nicht ob die Richtung stimmt. Draußen regnet es nun auch in Strömen…. und wir stehen in finsterster Nacht auf einem UBahnhof und haben weder eine Richtung, noch nen Plan, noch WLAN. Diese Momente sind ehrlich gesagt super selten, aber ich streite nicht ab, dass über meinem Kopf im Comic wilde Zeichen für Fluchen erscheinen würden, und ich mich frage: Krieghoff was tust Du Dir hier an. Wäre es nicht schön direkt vom.Flughafen in eine nette saubere Limusine zu steigen, die Dich in ein wunderbar schönes Hotel bringt. Ein Regentropfen, der mir von der Stirn über die Nase tropft, bringt mich wieder in die nasse feuchtwarme und stickige Realiät zurück. Stimmt ja…. Wir müssen das Hotel finden. Und so trotten wir schweigend durch den Regen bei 95% Luftfeuchtigkeit, fragen nach Richtungen und erreichen tatsächlich nach 1 Std das Hotel Transit.

Das Schöne an schlechter Stimmung ist,  dass sie meist spürbar in positive umschlägt, wenn man das mühsam angepeilte Ziel erreicht hat. 

Kurze Notiz: 1 Tag später hatten wir die richtige Ubahn und alles im Griff. Verlass Dich auf andere… 🙄🤦‍♀️

 

Das Transithotel ist irgendwie strange, einerseits sauber und zweckmäßig, andererseits wie ein schwirrender Bienenstock. Hier ist immer ein Kommen und Gehen und ich glaube, dass hier tatsächlich sehr viele gläubige Pilger absteigen, weil ich selten soo viele muntere Mönche und Ordensschwestern gesehen habe wie hier. Alle in extrem bunten und schillernden Farben, extrem gut gelaunt und laut… mutet eher wie Kegelclubs auf dem Weg nach Malle an – es gibt immer 2 Typen, die ein Mikro in der Hand haben, was aber vermutlich auch notwendig ist, um den gackernden und durcheinander quatschenden Haufen auseinander zu halten 🙂 Wir drücken uns an allen vorbei und wollen erstmal ausgeruht Kuala Lumpur ansehen. Um ganz ehrlich zu sein, meine Nacht war mies. Ich hab seit 10 Tagen so wiederwärtige Unterbauchschmerzen, und suche im 5 min. Takt irgendwo ein WC auf. Langsam mache ich mir Gedanken, ob ich tatsächlich in dieser Verfassung ins Hinterland soll. Aus den letzten Reisen weiß ich ja, dass es mit der ärztlichen Versorgung abseits der Hauptstädte zum Teil grenzwertig ist. Ich habe über meine Uni, an der ich studiere (Hagen) Gott sei Dank und wunderbares Netzwerk, und auch in Kuala Lumpur bzw. Thailand Menschen, die mir Auskunft geben, was ich tun sollte. Nach kurzer Absprache mit Christian, beschließe ich das städtische Krankenhaus ( besser eins der städtischen Krankenhäuser) aufzusuchen. Ich gehe da schon ein wenig gespalten hin – nicht weil ich mich grusel – sondern weil ich weiß, dass schlimmstenfalls eine Op rausspringen könnte, da meine sonst so ruhige Zyste im Bauchraum, ggf. auch raus will – schaun wir mal. Ich möchte ungern die Zeit im KH verplembern… – Der Empfang an der Pforte ist herzlich. Wo möchten Sie hin? Europäischer Arzt, Chinesischer Arzt, Malayischer Arzt. – Bevor ich den Mund aufmachen kann, sagt eine nette Frau schon : „ich schicke Sie in den westlichen Trakt zu einem Arzt, der europäische Medizin betreibt“. Ok – auch gut 🙂 Und dann werden wir von A nach B geleitet und stehen plötzlich im 2. Stock auf einer Etage, die verschiedene Anmeldestationen hat – fast wie eine Krake. Und dann habe ich das Glückslos gezogen – was ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht wusste, denn zunächst war ich dran mit Nummer ziehen (wie an der Fleischtheke). Eine nette Chinesin, die offenbar die Stationsleitung hatte, schaute mich immer wieder prüfend an. Und ich musste zunächst mal meine privaten Daten an der Rezeption angeben, um dann wieder Platz zu nehmen. Über 3 verschiedene Bildschirme werden dann die Nummern aufgerufen. Einmal für die ganz Neuen, dann für die, die schon mal da waren und dann für die, die offenbar von einer Zwischenuntersuchung kommen. Ich dachte nur – sauber, dass kann Stunden dauern … – aber weit gefehlt. May Wong, so hieß die unfassbar nette und kluge Krankenschwester hatte mich im Auge, und offenbar war ich ihr genauso sympathisch wie sie mir. Vllt. sah ich aber einfach auch nur fertig aus bzw. so, dass man sehen konnte, dass es mir nicht gut ging. Sie kam immer wieder auf mich zu, und fragte ob alles ok sei – und beschleunigte den ganzen Zauber. Ich machs mal kurz: Es ging ratz fatz – älterer chinesischer Oberarzt, der in England studiert hatte, Gynäkologe, super nett, kompetent, zig Untersuchungen, Diagnose, die ich mir dachte, Medikamente, die langfristig zu nehmen sind, noch Labor und Ultraschalluntersuchungen , alles prima. Selbst zwischen den Laborwerten und Ergebnissen kümmerte sich May Wong um mich. Sie führte mich in die Krankenhaus eigene Kantine, wo man nicht nur gutes, sondern auch typisch chinesisches Essen bekam – spottbillig – Ärztemensa. Über die ganze Betreuung von May Wong, erfuhr ich auch, dass sie schon mal in Deutschland war. Sie hatte die Reise mit anderen Ländern verbunden und fand uns Deutsche nicht ganz so freundlich wie die Schweizer. Offenbar war sie in München etwas planlos, und die Nachfragen wurden nicht ganz so nett von den Münchnern bedient. Peinlich – ich schäme mich immer für meine unfreundlichen Mitmenschen, egal wo sie herkommen. Da ich viel reise, bin ich immer total happy, wenn mir zu 99% freundlich und hilfsbereit begegnet wird. Naja.. vllt. sollten Menschen nicht immer nur die 4/5 ***** Sterne Hotels ansteuern, sondern sich auch mal selbst durchs Land schlagen – das macht nicht nur schlau, sondern auch demütig..


 

May Wong – eine wunderbarer Mensch, eine taffe Frau, mein Glückfall 🙂

Essen in der Krankenhauskantine Kuala Lumpur

Lauter nette Menschen

Nachdem wir das Krankenhaus verlassen hatten.. übrigens war es zum Schnäppchenpreis – 2x untersucht, Ultraschall, gr. Labor und noch Mikrosk. Untersuchung Urin – + 2 Monatspackung an Tabl. -für 80,00 Euro – Hammer günstig 🙂

Also noch mal – nachdem wir das Krankenhaus verlassen hatten, hab ich mich kopftechnisch auch wieder mit meinem Hirnkino eingekriegt und war beruhigt, dass ich nicht 2 Tage hierbleiben musste. Gleichzeitig hatte ich die Adresse von May Wong in der Tasche, so dass ich beruhigt sein konnte, im Notfall jmd. an meiner Seite zu wissen, der sich hier im Land auskennt. May Wong hat uns dann auch eine Fülle an tollen Infos gegeben, wo wir unbedingt hin sollten, und was wir unbedingt essen sollten und wie wir dahin kommen. Ich sagte ja bereits – May Wong ist perfekt 🙂

Wir wollten nun natürlich auch Kuala Lumpur kennen lernen – und was bietet sich da an? Klar, die Twin Tower und das chinesische Viertel. Auf dem Weg lag zunächst das chinesiche Viertel und so konnten wir da gemütlich bummeln und schlendern, dem Markttreiben zusehen, einen völlig neue Art von Kaffee aus der Plastiktüte trinken. Beinahe hätte ich mich überreden lassen einen Lampenschirm zu kaufen, der super stylisch aus vielen kleinen gefalteten Papierteilchen bestand. Aber dann habe ich darüber nachgedacht, wie das Teil vermutlich bei Ankunft in Deutschland aussehen würde (im Rucksack zerquetscht, dreckig und kaputt) und hab den Kauf gelassen.