27. März – Liebes Tagebuch – oder… was brock ich mir hier nur ein :-)

Sauber…, ich rede mal wieder selbst mit mir, aber das tue ich ja ständig. Zumindest bestätigt mir das meine Umwelt. Ich selbst weiß ja, dass ich ab und an auf der Arbeit vor mich hin brabbel, aber ich hoffe nicht, dass ich wie so mancher Artgenosse eines Tages an der Ampel stehe und wie wild Diskussionen mit mir selbst führe..  – wenn also Freunde und Familie diese Zeilen hier lesen sollten: „Ich bau auf Euch! Es liegt mir fern mich zum Affen zu machen in der Öffentlichkeit – zumal ich ja selbst immer wie gebannt auf die Menschen starre, die voller Eifer mit sich selbst auf der Straße quatschen“. Naja, einen Vorteil hat es ja, man ist nie so ganz allein.

Es ist 16.10 und ich habe längst Feierabend, hocke aber an meinem Schreibtisch im Büro und drücke mich vor dem Dreckswetter. Es regnet in Strömen. Jaaaaaa ich weiß, ich bin nicht aus Zucker und auch meine Frisur ist unverwüstlich – zumindest sehe ich nach einem Regenguss auch nicht anders aus, als wenn ich im Urlaub aus dem Wasser komme. Aber ich mag nicht … zumal es gerade so gießt, dass man meint, man müsse sich Schwimmhäute zwischen den Fingern wachsen lassen.Gummistiefel hab ich auch nicht dabei – also bleib ich noch ein wenig hier und tippe in meinen ersten Tagebucheintrag.

Yes… ich schreibe wieder Tagebuch. Auf die Idee bin ich vor kurzem gekommen, als ich mit Familie essen war und jmd von seinem Tagebuch erzählte. Eine „Sie“ über 70 Lenze, um genau zu sein, schreibt  seit ihrer Jugend (oh weh, ich habs zumindest so verstanden – aber auf ein paar Jahre mehr oder weniger kommt es ja nicht an). Jedenfalls fand ich die Idee recht cool.. Sie erzählte nämlich, dass sie ein Gespräch führte mit jmd, über jmd, der schon tot ist oder jedenfalls im Krankenhaus halb tot war, und dass die Person – ach das wird jetzt zu kompliziert – man kann jedenfalls nach Jahren noch einiges gut nachvollziehen und auch belegen- sich erinnern, erfreuen oder froh sein, etwas überstanden zu haben, ggf. auch klugscheißen.. – von daher ärgerts mich schon, dass ich nicht früher auf die Idee gekommen bin. Mit 50 und meinem Leben, wären da aber schon 4 stellige Seiten aufgekommen – und aus meinem Leben kann man locker 3 machen – hehe.. aber ich hab ja noch mind. 50 Jahre vor mir.. von daher gibts vllt noch die eine oder andere interessante Story.

Gerade hab ich mich im Fitness angemeldet – ich bin ja eigentlich Läufer – Marthonläufer – zur Zeit eher eine müde Taube, oder lahme Ente – nee besser lädierte Ente. Aber ich will jetzt überhaupt nicht jammern – eher vom Fitness reden: Ich hab mich endlich entschlossen wieder Mitglied zu werden. 5 Jahre oder sogar 7 ist es her, dass ich in einem war – dann bin ich nur gelaufen. Leute, ich sag Euch: IHR müsst unbedingt Stabilitätstraining machen, wenn Ihr lauft – sonst hängt ihr hinterher in den Seilen wie ich. Ich habe ein riesen Herz – quasi so riesig wie man es in einem Brontosaurus vermutet (könnt ihr lange googlen – ich habe keine Ahnung, ob es so ein Vieh gibt – hört sich nur so schön nach Urzeit an :-)). Mein Ruhepuls ist kurz vor Wiederbeleben – ich habe eine Reihe Exfreunde, die mich morgens aufweckten, weil sie unabsichtlich den Spiegel an meinen Lippen fallen ließen, da sie befürchteten ich sei verschieden. Also Ausdauer hab ich wie Bolle – aber keinen Muskel um ein Glas Gurken aufzudrehen. Da krieg ich immer die Krise – man hat Hunger.. will unbedingt an Würstchen, Gurken oder ähnliches ran.. und dann geht der Verschluss nicht auf. Welcher Vollhorst macht die Dinger eingentlich zu fest zu? Dann schlägt man vorsichtig mit dem Glas auf den Küchentisch – nichts passiert (und wenn doch, wars dann auch das Ende von Glas und Inhalt)  – … schüttelt.. nix passiert – der Blutdruck steigt.. – ab unter heißes Wasser – nö, immer noch nicht. Und dann werd ich ungeduldig! „Geduld ist ja nicht meine Kernkompetenz“ und ich mutiere zu Hannibal Lektor oder dem Irren aus Scream – dann  ramme ich nämlich fluchend wie ein Kanalbauer dem Deckel ein Küchenmesser ins Herz.  „Aaaah“  Luft strömt hinein und der Deckel geht auf. Leider muss man das blöde Glas dann auch bald aufessen, damit nix schlecht wird. Ist ja nicht mehr luftdicht verschlossen.

Wo war ich .. ach im Fitness. Mönsch, Susi, sabbel doch nicht immer so viel um die Ecken. Also : Ich habe mir die Entscheidung ja nicht leicht gemacht:

Insgesamt habe ich mir 6 Fitnessstudios angesehen und auch Probetraining gemacht. Tipp: Damit kann man locker einen ganzen Monat umsonst trainieren.

Netterweise bieten einige Fitness-Tempel „Glücksräder“ und ähnlichen Werbekram auf ihren Webseiten  an. Und ach, ohWunder der Natur – hat Mann/Frau dann plötzlich den Hauptgewinn „ein Probetraining über xy Tage “ gewonnen. Na, wenn das keine Fügung des Himmels ist.. *hust*.

Was ich jedenfalls gelernt habe ist: Große Ketten haben zwar denselben Namen – aber die Studios unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Von den 6 Studios waren nur 2 dabei, die wirklich gut waren

Ein Studio (groooße Kette) : Ich werde durch eine elektrische Schiebetür in das Reich der Pumper und Nichtpumper gelassen. Eine große Halle empfängt mich… sieht auf den ersten Blick ganz ok aus, leider empfängt mich auch nur die Halle. Ok, einige Leute sind ja auf und an den Geräten – die glotzen mich mit großen Augen an. Ich wiederum glotze auf den leeren Tresen – da is aber niemand. Na gut, kann ja mal vorkommen. Ich warte. Ich muss ja warten. Denn um in den Tempel der Starken und Fitten zu gelangen, muss man ein Drehkreuz passieren – dieses lässt einen nur ein, wenn man ein Mitgliedsarmband hat – ooooooooooooder wenn eine Fachkraft sich erbarmt und einem öffnet. Hier erbarmt sich niemand – denn es ist niemand da. Immer noch nicht. 10 min stehe ich irritiert rum: Erst dachte ich ja, die Person sei mal für kleine Jungs/oder Mädchen – aber mittlerweile mach ich mir schon Sorgen – denn da nach 15 min immer noch keiner da ist , könnte es auch ein Noro-Virus sein, der die Person auf dem WC hält oder eine Geiselnahme? Ich beschließe mein Telefon zu nutzen und rufe kurzer Hand in dem Fitnessstudio an, in dem ich gerade stehe. Jaaaaaaaa, das Telefon funktioniert. Ich überlege kurz, ob ich selbst an den Hörer gehe und muss innerlich bei dem Gedanken grinsen, wie sich das anhört, falls dann doch noch jemand kommt:

„hey, was machen sie an unserem Telefon“ – ich: kein Problem – ich telefoniere mit mir selbst

Na, wenn das keine filmreifen Blick gibt. 🙂 Leider kommt aber niemand – weder um mit mir zu telefonieren, noch um mir zu öffnen… ich warte noch. 20 min sind um, und endlich… endlich erscheint ein junges Mädchen, gelangweilt und gestresst. Ich vermute Ihr Puls hat mind. die 60 erreicht alles andere würde bei Ihr vermutlich schon einen Herzinfarkt auslösen… Sie schaut mich aus kleinen Augen an, überlegt kurz und entschließt sich gönnerhaft mir ein Lächeln zu schenken: Ja, was möchtest Du ?

„Ich möchte erstmal rein“ sage ich. Und dann würde ich gerne ein Probetraining absolvieren und mich mal umschauen…“ – Sie gähnt, und ich bekomme für eine Sekunde ein schlechtes Gewissen, weil ich Ihr den Tag versaut habe. Frei nach dem Motto: „das Schlimmste was ihr tgl. passieren kann ist der Kunde, der ihre Lethargie stört“. Offenbar scheint ihr der Sauerstoff im Hirn gut zu tun – es fängt an zu arbeiten. Sogar ihre Gesichtsmuskeln kontrahieren, denn sie schenkt mir ein Lächeln. „Bitte, durchs Drehkreuz, ich lass Dich rein“  – “ ooooooooooooooh Herr, Sie hat mein stilles Flehen erhört“. „Möchtest Du etwas trinken“, fragt sie freundlich und mein Herz macht einen kl. Hüpfer. Hui, das ist nett, sollte ich ihr Unrecht getan haben? Ich bekomme eine kurze Einweisung wie ich den Pappbecher richtig unter den Getränkeautomaten stelle und die wichtige Information, dass man auf den Knopf drücken muss, der unter der Abbildung der Geschmacksrichtung angebracht ist, um an das kühle Nass zu kommen. Ok,… ich sag mal nichts und bin in freudiger Erwartungshaltung, ob der Dinge und Infos, die da kommen.

Leider, kommt nicht mehr viel. Mit einem 0,5 l Becher stehe ich vor den Umkleidekabinen, und meine Fitnessbetreuung zeigt noch kurz auf die Tür: „Dort ist das WC, da die Duschen, und hier (sie bemüht sich den Arm zumindest für einen halben Kreis zu bewegen) ist das Studio. Viel Spaß“. Ihre Mimik rutscht wieder ab, offenbar hat sie zu lange angestrengt ein Lächeln bewegt, sie schlurft wieder gen Tresen, nimmt ihr handy und verschwindet dann aus einer Tür im Nirgendwo. Ich stehe mit meinem 0,5l. Becher Waldmeistergeschmacktgetränk etwas ratlos in der Gegend herum. Ok, dann fang ich mal an. Generell habe ich jetzt nicht so das Problem, dass ich nicht weiß, wie man ein Laufband, Stepper, oder anderes Trainingsgerät bedient. Aber das stand mir ja nicht auf dem Display auf der Stirn. Die Vorstellung, dass jemand unsportliches oder jmd. der auf Anraten eines Arztes hier trainieren möchte, macht mir eher Sorgen. Denn die falsche Bedienung eines Gerätes ruft ja mehr Schaden hervor als Nutzen – und ach, insgesamt, gehts sowas irgendwie gar nicht .Servicewüste – schnaube ich zwischen den Zähnen und geh erstmal laufen.

Als ich nach 60 min das Studio verlassen will, steht in der Dusche eine Mädchen (logisch ohne Klamotten) und friert sich den Popo ab. Eingeschäumt ist sie auch.. allerdings funktioniert die Dusche nicht. Sie ist ratlos. Das Fitnessarmband welches per Sensoplatte die Dusche auslösen soll, die wohl nach 5 min immer wieder aus geht – streikt. Sie tut mir leid, und ich sage, dass ich jetzt eh  gehen werde und man mich aus dem Drehkreuz lassen muss – außerdem habe die Dame noch meinen Perso, der mir beim Einlass abgenommen wurde – ich würde also Bescheid sagen, und dann sollte bald jemand wegen der Dusche kommen. So war der Plan…..

Ratet mal…. Am Tresen war niemand… ich habe gewartet .. gewartet .. wieder angerufen.. Ihr kennt das Spiel 🙂 Irgendwann kam ein Typ – keine Ahnung wo der  nun wieder her kam – jedenfalls habe ich ihn a) um meinen Perso gebeten und b) um Auslaß.. und.. ich sagte: in der Dusche steht ein junges Mädchen, nackt, aber die Dusche geht nicht. Sie ist eingeschäumt und friert seit ca 15 min. Er zuckt nur mit den Schulter und sagt: „Da kann ich nicht rein“ …. und ich gehe… leise lächelnd… weil ich froh bin, dass ich dieses Studio nieeeee mehr wiedersehen muss 🙂

 

PS: All das Geschrieben, sind meine Gedanken und meine rein subjektive Meinung. Ähnlichkeiten mit Personen sind nie beabsichtigt, Namen, die hier auftauchen, frei erfunden. Ich sage nicht, dass es für alle gilt, für Euch gelten  muss, dass es nicht auch Ausnahmen gibt. Jeder soll das tun, was er für richtig hält.

Für Risiken und Nebenwirkungen, fragt bitte Euren Arzt oder Apotheker !


 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s